Heidenheim / Thomas Jentscher Die Heidenheimer Baseballer brauchen noch zwei Siege gegen Paderborn, gespielt wird am Samstag (14 Uhr) und Sonntag (13 Uhr).

Am Wochenende fällt im Heideköpfe-Ballpark die Entscheidung, wer ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft einzieht: Heidenheim oder Paderborn. Nach der Siegteilung (10:0 und 10:13 aus Sicht der Heideköpfe) zum Start der Serie wird auf jeden Fall am Samstag (14 Uhr) und Sonntag (13 Uhr) gespielt. Sollte es dann 2:2 stehen, findet nach kurzer Pause gleich das alles entscheidende fünfte Spiel statt (circa 16 Uhr).

Die Ausgangslage für die Heidenheimer Baseballer ist gut, aber sie hätte noch besser sein können. In beiden Spielen in Paderborn machten die Heideköpfe beachtliche zehn Punkte, nur kassierten sie in der zweiten Begegnung eben 13. „Das ist sehr untypisch für uns, ich denke auch nicht, dass das noch einmal vorkommt“, sagt Trainer Klaus Eckle.

Die Paderborner Schlagreihe um die Ex-US-Profis Maik Ehmcke, Marco Cardoso, Nadir Ljatifi und Phildrick Llewellyn sowie die langjährigen Nationalspieler Björn Schonlau und Jendrick Speer zeigte ihre Gefährlichkeit, allerdings funktionierte auch das Heidenheimer Pitching nicht wie gewohnt und es standen am Ende bedenkliche fünf Errors auf der Anzeigentafel. Der ein oder andere Fehler war zwar eher unglücklicher Natur und sicherlich auch der extremen Hitze geschuldet, aber Eckle weiß, dass sein Team wieder besser verteidigen muss, um die Hürde zu nehmen.

Das Problem: Über Kampf und Einsatz etwas zu erzwingen, funktioniert im Baseball nicht. Bei aller Konzentration dürfen die Spieler am Schlag ebenso wie in der Feldverteidigung nicht die Lockerheit verlieren. Unter der Woche wurden viele Spielzüge in der Defense trainiert, vor allem galt es aber, am Schlag im Rhythmus zu bleiben.

„Wir sind guter Dinge, wir haben ja auch gut gespielt“, verbreitet der Heidenheimer Coach Optimismus. Verzichten muss er am Samstag auf Elian Gentner, der bei den Junioren gebraucht wird (siehe Info), außerdem ist Luke Sommer in die USA zurückgekehrt. Ludwig Glaser ist leicht angeschlagen, wird aber wohl spielen können. Alle anderen Akteure stehen zur Verfügung.

In Spiel drei werden sich am Samstag als Werfer Mike Bolsenbroek für Heidenheim und Daniel Thieben für Paderborn gegenüberstehen. Im Auftaktspiel der Serie kamen die HSBler mit dem ebenfalls schon in den USA aktiven Pitcher der Ostwestfalen ganz gut zurecht, endgültig entschieden wurde die Partie aber erst, als Thieben im sechsten Inning vom Mound musste. Auch diesmal muss es das Ziel sein, den Paderborner zu vielen Würfen zu zwingen, denn die danach kommenden Werfer fallen doch ziemlich ab.

Auf der anderen Seite hatte Bolsenbroek die „Unberührbaren“ komplett im Griff. Dies wird aber beim zweiten Mal sicher nicht so einfach, der Niederländer braucht also auch Unterstützung durch die Heidenheimer Offensive.

Eckle sieht einen Sieg in Spiel drei als Schlüssel zum Einzug ins Finale. Dann würde zum einen der Druck auf die Gäste enorm hoch, zum anderen kann das Team, das 2:1 führt, beim Einsatz der Pitcher in Spiel vier taktieren – unter Umständen einen guten Mann für eine fünfte Partie in Reserve behalten.

Am Sonntag wird bei Paderborn normalerweise wieder Viktor Diaz beginnen. Der Venezolaner hinterließ in Spiel zwei einen sehr starken Eindruck, musste allerdings nach sechs Durchgängen verletzt vom Platz. Ob und in welchem Umfang er am Wochenende einsetzbar ist, bleibt abzuwarten.

Auf Heidenheimer Seite ist Justin Erasmus die erste Wahl, aber auch Enorbel Márquez-Ramirez, Logan Grigsby, Marcel Giraud, Simon Liedtke und Patrick Seyfried stehen für das Wochenende bereit. Ob die Heidenheimer in einem fünften Spiel bei den Werfern Vorteile hätten, ist schwer zu sagen. „Paderborn hat mit seinem Internat eigentlich eine sehr große Auswahl an talentierten Pitchern, aber wir haben die erfahreneren Leute“, erklärt Eckle.

Im Moment macht er sich auch noch keine Gedanken über eine mögliche fünfte Partie, in der übrigens die Heideköpfe trotz Heimrecht zuerst an den Schlag müssten. „Wir müssen einfach wieder gut auf den Ball hauen, so wie wir es in Paderborn gemacht haben. Dann werden wir auch ins Halbfinale einziehen – egal in wie viel Spielen.“

Europacup-Ehrung und U-18-Landesmeisterschaft

Der Terminplan bei den Baseballern ist in diesem Jahr extrem eng, so sind auch Überschneidungen nicht zu verhindern. Zeitgleich mit dem Halbfinale der Herren findet nun auf dem Menzel-Field (früher Rauhbuchplatz) die Endrunde um die baden-württembergische Meisterschaft der Junioren (U 18) statt.

Der Heidenheimer Nachwuchs gewann die Liga mit 8:1 Siegen, muss aber noch eine Serie gegen den Tabellenzweiten Stuttgart (5:4) austragen. Dabei werden Erinnerungen an 2018 wach, als die Reds extra einen Pitcher aus den USA einflogen, der dann das Finale dominierte. Heuer geht es aber auf zwei Siege, also kann nicht ein Spieler im Alleingang für die Entscheidung sorgen. Los geht’s am Samstag um 11 Uhr, Spiel zwei folgt um 14 Uhr. Sollte es dann 1:1 stehen, treffen sich die Teams am Sonntag noch einmal.

Am Samstag gibt es nach dem Spiel gegen Paderborn noch eine Ehrung der Stadt für den Sieg der Voith Heideköpfe beim Europapokal in Brünn. Zu diesem Anlass spendiert der Verein auch 100 Liter Freibier für die Fans.