Heidenheim / Thomas Jentscher Zum Abschluss einer grandiosen Saison gab es für die Heidenheimer Baseballer noch eine Silbermedaille.

Finale verloren oder Silbermedaille gewonnen? Für die Heidenheimer Junioren gilt sicher zweites, die Heideköpfe spielten zum Abschluss der Baseballsaison am Wochenende bei der deutschen Meisterschaft in Regensburg ein glänzendes Turnier und musste sich erst im Endspiel den stark besetzten Gastgebern knapp mit 4:6 geschlagen geben.

Dabei hätte es die Mannschaft, die als „Landesleistungszentrum Heidenheim“ auch vier Ellwanger und einen Spieler aus Gammertingen im Kader hatte, wahrlich einfacher haben können. In ihrer Fünfergruppe trafen die Heideköpfe, die mit drei eigentlich noch der Jugend angehörenden Akteuren spielte, schon in der Vorrunde auf starke Gegner.

Zunächst wurden die Hamburg Stealers mit 7:0 besiegt, das Ergebnis täuscht aber über den lange Zeit engen Spielverlauf hinweg. Die Heidenheimer begannen mit Elian Gentner als Pitcher, der auch offensiv die Akzente setzte, und spielten eine fehlerfreie Defensive. Hamburg hatte ebenfalls einen starken Mann auf dem Mound, am Ende zog die Heidenheim aber klar weg.

Gegen die Berlin Wizards gab es ein recht klares 13:2, hier startete Yannick Walther als Werfer, der ansonsten überragend als Catcher spielte. Am zweiten Turniertag stand dann das vermeintlich vorentscheidende Duell gegen die Paderborn Untouchables an, die mit ihrem Internat über hervorragende Trainingsbedingungen verfügen. Luca Hörger ging die Sache als Pitcher an, im stand mit Harrison ein gestandener Erstligaspieler gegenüber. Trotzdem setzten sich die Heidenheimer letztlich klar mit 7:3 durch. Paderborn verlor auch gegen Hamburg und wurde am Ende nur Fünfter.

Heidenheim stand damit vorzeitig im Finale, dennoch musste noch das Gruppenspiel gegen die München-Haar Disciples bestritten werden. Dominik Plitz absolvierte beim 7:2-Sieg das komplette Spiel und hielt so seinen Kollegen den Rücken frei.

Regensburg musste nur drei Grupenspiele bestreiten und hatte nur einen ernstzunehmenden Gegner, hätte gegen die Mainz Athletics aber auch um ein Haar verloren. Nach dem sechsten Inning lagen die Legionäre 0:2 zurück und die Athletics feierten bereits, da sie dachten, dass die Zeitbegrenzung erreicht wäre. Nach Nachfrage bei den Offiziellen ging es jedoch ins siebte Inning. Mainz legte zwei Runs nach, aber im Rückschlag gelang den Gastgebern tatsächlich noch der 5:r-Sieg.

Es folgten zwei mehr als lockere Erfolge: 15:2 gegen die Main-Taunus Redwings und 37:0 gegen die Bremen Dockers. Somit waren die Regensburger im Finale deutlich ausgeruhter erwischten auch den besseren Start und gingen 2:0 in Führung, nachdem die bis dahin so gute Heidenheimer Feldverteidigung – nicht zuletzt angesichts der großen Kulisse –as nervös agierte.

Gentner trat zum dritten Mal im Turnier als Werfer ran und wehrte sich in der Folge mit seiner Defense nach Kräften gegen die schlagstarken Legionäre. Auch der für ihn eingeswechselte Konstantin Schiele machte seine Sache gut, dennoch zogen die Legionäre bis zum sechsten Inning auf 6:1 davon. Dann hatten sich die Heidenheimer aber auf den bis dahin überragenden Pitcher Konstantin Teufel eingestellt, verkürzten unter anderem durch ein 2-RBI-Single von Gentner auf 3:6.

Im Schlussdurchgang musste Teufel vom Mound, zwei Hits und ein Fehler der Regensburger bescherten das 4:6. Bei zwei Aus und zwei Mann auf Base gelang Walther ein schöner Schlag, doch der eigentlich etwas zu weit außen postierte Rightfielder stand genau richtig und beendete mit seinem Catch das Turnier, sonst wäre zumindest der Ausgleich nach Hause gekommen.

Aber auch mit der Vizemeisterschaft können die Heidenheimer angesichts der hohen Qualität des Turniers und der Tatsache, dass einige Kontrahenten unter Profibedingungen trainieren können, zufrieden sein. Die individuelle Klasse mancher Gegner glichen die Heideköpfe durch eine starke Teamleistung aus, auch die im Finale nicht mehr eingesetzten Akteure hatten großen Anteil am erfolgreichen Turnierverlauf. Freuen durfte sich am Ende noch Elian Gentner, der für seine starken Leistungen als Werfer und Schlagmann als MVP (wertvollster Spieler) ausgezeichnet wurde

Gebührender Abschluss

Mit der Junioren-DM endete eine überaus erfolgreiche Saison für die Heidenheim Heideköpfe. Die vierte deutsche Meisterschaft, der Sieg beim C.E.B.-Europapokal, Silber für die Junioren und Rang drei für die zweite Mannschaft in der 2. Liga stehen zu Buche. Am Samstag steht jetzt noch das letzte Spiel der dritten Mannschaft in der Landesliga an, die um 14 Uhr Bad Mergentheim erwartet. Danach wird das Feld gerichtet und es geht in die Winterpause.