Bonn / Nadine Rau Im Duell um die deutsche Meisterschaft zwischen Heidenheim und Bonn steht es jetzt 2:1. Am Sonntag geht es um 14 Uhr mit Spiel vier weiter.

Was für eine Leistung der Heidenheim Heideköpfe in Bonn: Im dritten Spiel um die deutsche Meisterschaft hat es die Mannschaft von Klaus Eckle geschafft, beim Stand von 1:1 auswärts die Nerven zu behalten und sich mit einem 7:2-Sieg im Rennen zu halten.

Ganz locker bleiben, immer positiv denken. Es klingt so einfach, wenn Enorbel Márquez-Ramirez das sagt, war der Druck für die Heideköpfe vor Spiel drei doch ein enormer. „Wir sind nie davon ausgegangen, dass wir dieses Spiel verlieren“, sagt aber der Pitcher. Die Mannschaft sollte recht behalten, mit dem 7:2-Sieg über Bonn am Samstag ist sie in der Finalserie mit 2:1 in Führung gegangen.

Es war ein herrlicher Baseball-Tag: strahlender Sonnenschein, nur ein paar Wölkchen, gut gelaunte Fans auf beiden Seiten (wenn auch weniger als vergangenes Jahr bei diesem Duell). „Jetzt müssen die Kinder nur noch mit dem Wasserschlauch fertigwerden, dann können wir anfangen“: Gut drauf waren die Bonner in der Sprecherkabine.

Und richtig gut drauf war auch Simon Gühring, der die Heidenheimer gleich im ersten Inning mit seinem Solo-Homerun zum Jubeln brachte. Ihm gegenüber trat wider Erwarten nicht Bonns Pitcher Sascha Koch, der vergangene Woche im Ballpark beim 17:1-Erfolg der Heideköpfe auf dem Mound stand, sondern Christian Tomsich. Linkshänder, genau wie Zackry Dodson, der den Heidenheimern in Spiel zwei das Leben schwergemacht hat. Gühring nachfolgen wollte gleich Gary Owens, der nach seinem Schlag ins Rightfield die erste Base erreichte. Gegen Andrew Campbell war aber erst mal Schluss, Strike-out, drittes Aus, Zeit zu verteidigen.

Die Bonn Capitals wollten ihrem Gegner in nichts nachstehen, beschäftigten Mike Bolsenbroek von Anfang an weit mehr als noch vor einer Woche und hätten bei Bases Loaded nachziehen können. Erst mit dem Strike-out gegen Nicholas Miceli nahm Bolsenbroek den Bonnern den Wind aus den Segeln.

Angeklebte Schnurrbärte in Bonn

Im zweiten Inning feierten die Bonner glatt Karneval, als Adrian Stommel mit dem markanten Schnurrbart seinen Posten einnahm, während „Kölsche Jung“ aus den Boxen dröhnte. Die Fans klebten sich extra Schnurrbärte an und tanzten ausgelassen. Ein Konzept, das funktionierte: Stommel gelang ein Double. Das darauffolgende Fly-out bereitete der Aufführung allerdings ein Ende.

Youtube Heidenheimer Heideköpfe gehen mit 2:1 in Führung gegen Bonn

Schon kurz darauf im dritten Inning ereignete sich eine fürs Spiel richtungsweisende Szene. Erst zog Simon Liedtke an die erste Base, danach legte Philip Schulz einen Sacrifice Bunt hin, um seinen Kollegen weiterzubringen. Beinahe hätte auch er es an die erste Base geschafft. Stattdessen nahm diesen Platz Simon Gühring ein und Gary Owens kam an die Homeplate. Der zögerte nicht lange und schlug den Ball über den Zaun, über den Baum und wer weiß, wo noch hin. Liedtke, Gühring und Owens konnten gemütlich nach Hause spazieren, 4:0 für die Heideköpfe. In Inning fünf war es nach einem RBI vom starken Ludwig Glaser noch ein drittes Mal Gühring, der einen Run verbuchen konnte. Es schien, als hätten die Gäste alles im Griff.

Aufschwung für die Capitals

Die Stimmung änderte sich rasch, als für Tomsich Sascha Koch eingewechselt wurde. Er kam gegen die auf Platz sieben, acht und neun in der Batting Order gesetzten Schlagmänner perfekt ins Spiel und prompt gerieten die Heideköpfe auch in der Defense ins Hintertreffen. Mit einem RBI-Double sorgte Nicholas Miceli für den ersten Run der Capitals und nach einem Error von Gühring konnte auch Miceli selbst die Homeplate erreichen. Manager Klaus Eckle hat die Situation zwar anders gesehen, doch die Diskussion mit dem Umpire half ihm nicht, es blieb beim 2:5.

Für Mike Bolsenbroek war ein gelungener Arbeitstag zu Ende, Enorbel Márquez-Ramirez rückte nach. Die Heideköpfe bewiesen mit einem schönen Play über Glaser, Liedtke und Escarra einmal mehr ihre guten Nerven auch in der Defense und zum krönenden Abschluss wartete im vorletzten Spielabschnitt Shawn Larry mit einem 2-Run-Homerun auf: 7:2 für die Gäste lautete das Endergebnis.

Am Sonntag geht es mit Spiel vier in Bonn weiter, wieder um 14 Uhr.