Heidenheim / Nadine Rau Aufsteigen? Das kann die zweite Mannschaft der Heideköpfe nicht. Worum also geht es bei der Truppe von Trainer Kornelius Holl?

Eine Aufstiegsfeier kann es bei der zweiten Mannschaft der Heidenheim Heideköpfe nicht geben – die erste Mannschaft spielt schließlich schon in der Bundesliga und die zweite tritt direkt darunter in der zweiten Bundesliga an. Die Spieler von Trainer Kornelius Holl brauchen aber auch gar keinen Aufstieg, um einen Grund zu feiern zu haben. Es gibt genug andere. Die Mannschaft liefert gute Spiele auf sehenswertem Niveau ab, sie ist eine eingeschworene Truppe, und sie kann sich einen oberen Tabellenplatz erkämpfen.

Die Heideköpfe II unterliegen Tübingen 2:10 und 3:6.

Kurz vor Saisonende steht die Mannschaft auf Rang drei. Vergangenes Wochenende trat sie gegen den jetzt feststehenden Meister Tübingen Hawks an, am kommenden Wochenende folgt mit den Neuenburg Atomics der Tabellenzweite. Für Holl, der die Mannschaft vor drei Jahren als Trainer übernommen hat, sind das beides Gegner auf Bundesliganiveau. „In der Bundesliga gibt es wirklich schlechtere Mannschaften. Wir können aber froh sein, dass solche Teams gegen uns antreten, dass unsere U 23-Spieler üben können“, erklärt er.

Womit wir bei der „Uraufgabe“, so nennt es Holl, der zweiten Mannschaft sind: Es geht darum, Spielpraxis zu bekommen – und zwar gegen starke Gegner. So soll der Nachwuchs immer besser werden.

In der noch laufenden Saison hat das gut geklappt. Obwohl die Mannschaft die jüngste der Liga ist, hat sie es auch mit schweren Gegnern aufnehmen können. So wie jüngst, als mit Luca Hörger, Yannick Walther und Timo Plitz sogar drei Jugendspieler mit 15 Jahren auf dem Platz gestanden haben. „Sie haben keine Angst, sondern nehmen das an und sind wirklich gut“, war der Coach begeistert. Erfahrene, routinierte Pitcher würden immer versuchen, Nachwuchsspieler aus der Ruhe zu bringen. „Aber sie gehen denen nicht auf den Leim und das finde ich stark“, beurteilt Holl.

Mit Erfahrung kann die Mannschaft aber auch aufwarten: Ältere Spieler wie der 18-jährige Simon Liedtke, ebenso Marcel Giraud (19), Patrick Seyfried (25) oder Samuel Tsopatalo (20), sind nämlich auch für die erste Mannschaft in der Bundesliga im Einsatz. Für die zweite Mannschaft bedeutet das natürlich, dass sie an bestimmten Spieltagen der Saison auf einige Kräfte verzichten muss.

Gegen die untere Hälfte der zweiten Liga, so unterscheidet Trainer Holl, könne die Mannschaft auch ohne die Spieler der ersten bestehen. Gegen die sehr schweren Gegner allerdings kämen dann keine Duelle auf Augenhöhe zustande. So etwa bei den Spielen in Tübingen. Die Tübinger wollten nun mal aufsteigen und die Spiele nicht verlegen lassen, weil in Heidenheim zeitgleich die Play-offs gespielt worden sind. „Das war sehr schade. Wir können ja sowieso nicht aufsteigen, aber Tübingen waren zwei sichere Siege wichtiger als gute Spiele“, beschreibt Holl. Kampflos aufgeben komme zwar auch dann nicht in Frage, aber die Chancen waren von vornherein gering.

Das Zusammenspiel zwischen den erfahrenen und den noch jungen Spielern fördert die Stärke der Mannschaft unheimlich. „Die Jungen machen den Älteren Druck. So wissen sie, dass sie auch etwas tun müssen, dass nicht nur noch die Jungen auf dem Platz stehen“, so Holl. Freiwillige Trainingseinheiten der Spieler seien keine Seltenheit. „Die Jungs haben Spaß und sie hauen sich richtig rein“, lobt Holl, der übrigens überzeugt ist: „Es wird noch besser.“

Zwar gibt es in manchen Fällen Fragezeichen, so weiß etwa Marcel Giraud nicht, ob er aus beruflichen Gründen künftig in Heidenheim weiter trainieren kann, gleichzeitig fruchtet aber auch die Jugendarbeit bei den Heideköpfen, wie Walther, Hörger, Plitz oder Elian Gentner beweisen. So schaut Holl zuversichtlich in die Zukunft: „Das sind alles richtig gute Jungs, die Bock haben.“

Das letzte Spiel der zweiten Mannschaft und die deutsche Juniorenmeisterschaft

Am kommenden Samstag, 14. September, bestreitet die zweite Mannschaft ihre letzten Spiele auswärts gegen die Neuenburg Atomics (12 Uhr und 15.30 Uhr). Damit fährt der momentane Dritte zum momentanen Zweiten – weitere Topspiele also zum Abschluss der Saison. „Das wird noch mal richtig gut, Neuenburg hat auch eine starke Mannschaft“, freut sich Trainer Kornelius Holl schon auf die Begegnung. „Eine gute Location, ein guter Platz, ein gutes Pitching. Genau dafür trainieren wir hier die ganze Zeit.“

Noch ein Höhepunkt für die Heideköpfe steht ins Haus: Eine Woche drauf, am Wochenende des 21. und 22. September, kämpft die Juniorenmannschaft in Regensburg um die deutsche Meisterschaft. Leicht wird es nicht, vor allem deshalb, weil sich der Spielmodus verändert hat: Das Halbfinale wird übersprungen und die Sieger aus zwei Gruppen treffen direkt nach der Gruppenphase aufeinander. Die Heideköpfe spielen hier zum Beispiel gegen Paderborn und Mainz. „Mit Halbfinale wäre ich zuversichtlicher gewesen“, so Holl, der aber trotzdem noch an den Erfolg glaubt: „Wir haben gute Jungs.“ nr