Alles ist angerichtet fürs große Duell: In den Spielen zwischen den punktgleichen Teams der Heidenheim Heideköpfe und der Regensburg Legionäre wird sich am Freitag (19 Uhr) und Samstag (14 Uhr) aller Voraussicht nach entscheiden, wer in diesem Jahr Südmeister wird und als Erster in die Play-offs einzieht. Pünktlich zum Klassiker werden auch die Corona-Bestimmungen gelockert, so dürfen an beiden Tagen bis zu 500 Zuschauer in den Hellensteinenergie-Ballpark kommen.

Heideköpfe gegen Legionäre – da werden viele Erinnerungen wach, zum Beispiel an die Finalserien 2010, als sich die Oberpfälzer im fünften Spiel die deutsche Meisterschaft holten, oder 2015 als die HSBler in einem dramatischen Kampf ihren zweiten nationalen Titel (mittlerweile sind es bei beiden Klubs fünf) gewannen.

Erinnerungen an 2020

Die vielleicht spektakulärste Serie gab es vergangenes Jahr im Halbfinale, als die Heideköpfe in Spiel vier schon vor dem Aus standen, letztlich aber in einer Partie mit neun Homeruns – den letzten und entscheidenden schlug Philip Schulz – 15:14 siegten, danach auch Spiel fünf und anschließend die Endspielserie gegen Bonn für sich entschieden.

Auch in diesem Jahr werden sich Regensburg und Heidenheim nicht im Finale um die deutsche Meisterschaft gegenüber stehen, der deutsche Baseballverband hat anders entschieden (siehe Info). Aber soweit sind wir ohnehin noch nicht, erst einmal geht es um den Abschluss der sogenannten Regular Season und gleichzeitig die Südmeisterschaft.

Derzeit kommen die beiden Favoriten jeweils auf 21:3 Siege, im direkten Vergleich haben die Ostbayern mit 13:12 Punkten hauchdünn die Nase vorn. Wenn nun am Wochenende ein Team beide Spiele gewinnt, ist ihm Platz eins nicht mehr zu nehmen, bei einer Siegteilung kommt es auf die Punkte an. Oder auf mögliche Ausrutscher der Schwergewichte am letzten Spieltag, an dem Heidenheim beim Vorletzten Tübingen und Regensburg in Stuttgart antritt.

Duell auf Augenhöhe

Wie stehen nun die Chancen? Bisher agierten Regensburg und Heidenheim bis auf kleine Ausrutscher souverän. Die Legionäre holten 263 Punkte, haben die leicht bessere Trefferquote, die Heideköpfe markierten 261 Runs schlugen 46 Homeruns (Regensburg 40) und sammelten etwas mehr Freiläufe. Die Werte in der Feldverteidigung sind ebenfalls nahezu ausgeglichen, nur im Pitching haben die Oberpfälzer etwas die Nase vorn.

Mit den Tschechen Jan Tomek und Tomas Ondra, dem Deutsch-Brasilianer Christian Pedrol, dem überragenden US-Amerikaner Kaleb Bowman (74 Strike-outs in 55 Innings) und dem Iren Mitch Hillert hat sich Regensburg in diesem Bereich hochkarätige Verstärkung aus dem Ausland geholt, dazu kommen die deutschen Werfer.

Mike Bolsenbroek fehlt

Ein Handicap für Heidenheim: Pitcher Mike Bolsenbroek ist derzeit mit der niederländischen Nationalmannschaft in der Olympia-Qualifikation unterwegs. Da kommt die Verstärkung durch Peter Sykaras, der seit vergangenem Wochenende wieder vor Ort ist, gerade recht, allerdings wird er nicht allzu viele Innings absolvieren können. Ansonsten sind in erster Linie Enorbel Marquez-Ramirez, Ross Vance und Luca Hörger gefragt, die ebenfalls gute Werte aufweisen, aber gegen die starke Regensburger Schlagreihe nicht in einen Abnutzungskampf geraten dürfen.

Heidenheimer Baseballer siegen 7:0 und 10:7 Heideköpfe weisen die Stuttgart Reds erneut in die Schranken

Heidenheim/Stuttgart

Neben Bolsenbroek muss Heideköpfe-Trainer Klaus Eckle noch auf 2nd-Baseman Simon Liedtke verzichten, sonst sind wieder alle Mann an Bord. Der Kanadier Aaron Dunsmore wird das Team des HSB allerdings nur im Championscup unterstützen, durch die Corona-Bestimmungen verzögerte sich seine Reise nach Europa und er kann in der deutschen Meisterschaft nicht mehr eingesetzt werden. Werfer Logan Grigsby kommt dieses Jahr nicht mehr nach Heidenheim, bei ihm ist der Grund eine Verletzung.

Bei Regensburg fehlte zuletzt der amerikanische Schlag Devon Ramirez, dies kann Coach Tomas Bison angesichts des breiten und fast durchweg mit deutschen Nationalspielern besetzten Kaders aber verschmerzen.

Fans kommen wieder auf ihre Kosten

„Wir müssen fehlerfrei bleiben und irgendwie versuchen, ihre starke Offensive in den Griff zu bekommen“, gibt Eckle die Devise aus. Die HSBler wollen die Südmeisterschaft, die Entscheidungen fallen aber erst in den Play-offs. „Man sieht sich ja wahrscheinlich noch mal“, schmunzelt Eckle.

Groß ist die Freude bei ihm und den anderen Heideköpfen, dass wieder bis zu 500 Fans ins Stadion dürfen. Natürlich gelten weiter Abstandsgebot und Hygieneregeln, die Gäste müssen geimpft, getestet oder genesen sein. Das Spiel ist trotzdem auch wieder unter /www.heidekoepfe.tv live im Internet zu sehen.

Modus für die Play-offs steht jetzt endgültig


Am Wochenende hat der Deutsche Baseballverband endgültig den Modus für die diesjährigen Play-offs festgelegt – und dabei wieder eine aus sportlicher Sicht unglückliche Entscheidung getroffen. Viertel- und Halbfinale (jeweils best-of-five) wird wie 2020 innerhalb der Nord- und Südgruppe gespielt. Damit kann es kein Finale der zwischen Regensburg und Heidenheim geben, obwohl viel dafür spricht, dass dies derzeit die beiden stärksten deutschen Teams sind. Der langjährige Heideköpfe-Rivale Bonn, der im Norden so gut wie keine Konkurrenz hat, kann dagegen schon für die Finalserie planen.

Noch problematischer ist aus Sicht der HSBler der Terminplan. Denn das Viertelfinale wird am 3./4. sowie 10./11. Juli gespielt. Am 13. Juli beginnt aber schon der Championscup in Ostrava. Das heißt, die Heideköpfe können im dritten sowie möglicherweise vierten und fünften Spiel dieser Serie ihre besten Werfer nicht oder nur kurz einsetzen, wollen sie sich nicht alle Chancen für das Turnier der besten europäischen Vereinsmannschaften verbauen.