Königsbronn / Nadine Rau Mit Königsbronn steigt die letzte Kegelmannschaft aus dem Kreis ab, die noch in der Bundesliga vertreten war. Niederstotzingen hat sich in der Verbandsliga gerade so gehalten.

14 Jahre zweite Bundesliga. Und dann der Abstieg. Nach Niederstotzingen müssen das jetzt auch die Königsbronner Kegler hinnehmen, womit keine Mannschaft aus dem Kreis mehr in der Bundesliga vertreten ist. „Das tut schon weh“, sagt Niederstotzingens Mannschaftskapitän Bernd Mauterer.

Selbst das erste Jahr in der Verbandsliga war für seine Truppe ein schwieriges: Mit dem achten Platz konnte Niederstotzingen die Liga gerade so halten, und das auch nur, weil Lonsee aufgestiegen ist. „So schlecht, wie es gelaufen ist, sind wir nicht“, erklärt allerdings Mauterer. Als der Abstieg in der Vorsaison besiegelt gewesen war, wusste er schon, dass eine schwere Aufgabe aufwarten würde, hatte der Verein schließlich den Weggang wichtiger Spieler hinnehmen müssen.

Zumindest das bleibt Königsbronn erspart. „Unsere Mannschaft bleibt beieinander, wir verlieren nicht einen Spieler“, weiß Mannschaftskapitän Paul Oker im Hinblick auf die kommende Saison in der Verbandsliga schon jetzt. Nachdem die letzten Kegel gefallen waren, sei sein Team für eine Stunde traurig gewesen, danach aber sei es schon wieder gemütlich geworden. „Das bringt uns nicht um“, sagt Oker gefasst, obwohl der Abstieg doch sehr bitter war und obendrein bis zum Ende noch abwendbar gewesen wäre.

„Bringt uns nicht um“

Der Tabellenerste Friedrichshafen hätte dafür lediglich bei den mit Königsbronn punktgleichen Wolfachern gewinnen müssen, verlor jedoch überraschend. Königsbronn hatte währenddessen seine Pflicht mit dem 6:2 erfüllt. Suchen, so Oker, könne man die fehlenden Punkte auch schon im vorletzten Spiel, bei dem zwei seiner Kegler trotz einer überragenden Holzzahl von über 600 jeweils wegen eines Kegels ihren Punkt nicht hatten sichern können. Überhaupt war die Mannschaft etwas vom Pech verfolgt. Sowohl zu Saisonbeginn als auch am Ende waren zwei Spieler verletzt. „Das kompensiert man in der 2. Liga einfach nicht“, so Oker.

Königsbronn setze nur auf Spieler von hier, schon allein deshalb, weil die finanziellen Mittel begrenzt seien. Bei anderen Vereinen sieht das ganz anders aus. Friedrichshafen zum Beispiel war vergangenes Jahr erst in die 2. Bundesliga aufgestiegen und steht jetzt auf Platz eins. „Die haben stark zugekauft, so werden Aufsteiger eben Erste“, beschreibt es Oker. In seiner Mannschaft spielten indes mit Pascal Weidel und Daniel Fessler zwei junge Talente, die auch mal ausfielen. „Pascal ist ein begnadeter Fußballer und fehlt deshalb mal, Daniel hat einen Job in Tauberbischofsheim bei der Polizei. Für beides haben wir natürlich Verständnis“, so Oker.

Nächste Saison wird seine Mannschaft auch wieder auf Niederstotzingen treffen, beide Teams freuen sich auf die Derbys. Auf der Bahn, so Niederstotzingens Kapitän Mauterer, würde man sich gegenseitig bekriegen, hinterher jedoch zusammen ein Bier trinken. Davon abgesehen würden die Spieler in der Verbandsliga auch andere Gegner wiedertreffen, gegen die sie zum Teil bereits vor 14 Jahren schon angetreten sind.

Wiedersehen macht Freude

Mauterer und Oker verstehen es beide, die positiven Seiten des Abstiegs zu sehen. „Wir waren halt verwöhnt“, sagt Mauterer, aber „andere Vereine wären froh, wenn sie in der dritten Liga spielen dürften“. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass Kegeln sowieso auf einem absteigenden Ast sei.

Diese Entwicklung bedauert auch der Bezirksvorsitzende Roland Fassnacht. „Wir haben sehr viele Spieler verloren und die Jugendarbeit findet nur noch vereinzelt in Vereinen statt, in Burgberg und Hermaringen zum Beispiel“, sagt er. Selbst das Hobbykegeln sei rückläufig, so sei es schwierig, jemanden für den Sport zu begeistern. „Leider Gottes“ sei jetzt auch noch Königsbronn abgestiegen – und seine Einschätzung macht nicht viel Hoffnung. „Ich glaube nicht, dass eine der beiden Mannschaften so schnell wieder aufsteigt.“

Für keine der beiden Mannschaften ist das das erklärte Ziel, die gute Kameradschaft sei nach wie vor das A und O. Trotzdem bleibt Oker optimistisch: „Wir haben das Zeug für die 2. Liga.“

Welche Mannschaften spielen noch wo mit?

Niederstotzingen und Königsbronn bestreiten die kommende Saison in der Verbands- und damit der dritthöchsten Liga. Bis vor zwei Jahren hat auch die erste Männermannschaft des SC Hermaringen noch in dieser Liga gespielt, ist dann allerdings in die Oberliga abgestiegen. Beinahe wäre es in diesem Jahr noch einmal weiter nach unten gegangen, doch als Tabellenachter konnte der SC die Liga letztlich halten.

In der Oberliga spielen aus dem Kreis kommende Saison zudem die Männer der TSG Nattheim (zuletzt Tabellenzweiter) und des KV Gerstetten (zuletzt Tabellendritter) sowie des FV Burgberg, die aufgestiegen sind. Die zweite Mannschaft des SVH Königsbronn indes ist als Tabellenletzter in die Regionalliga abgestiegen.

Die Frauen des SC Hermaringen wären vergangene Saison um ein Haar aus der Ober- in die Verbandsliga aufgestiegen. Dort kegeln die Frauen vom FV Burgberg und stellen damit die beste Frauenmannschaft aus dem Kreis. Wie Hermaringen in der Oberliga spielen
auch die Frauen der TSG Schnaitheim und des TSV Niederstotzingen. nr