In der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sind aktuell mehr als 13 Millionen potenzielle Spenderinnen und Spender registriert. Bis heute konnten dadurch mehr als 135.000 Stammzellspenden vermittelt werden. Vor der Aktion rund um das Heimspiel des 1. FC Heidenheim erklärt DKMS-Pressesprecher Joachim Neubauer, wie die Typisierung und das Verfahren einer Stammzellenspende ablaufen.

„Das ist etwas sehr Besonderes“: Wie Eren Dinkci um Stammzellenspender für seine Partnerin Cinja und weitere Blutkrebs-Erkrankte kämpft
Wie läuft die Registrierung für die DKMS ab?
Die Registrierung ist einfach, unkompliziert und dauert nur wenige Minuten. Interessierte bestellen ein Registrierungsset nach Hause oder lassen sich bei der Aktion des 1. FC Heidenheim am 25. April direkt vor Ort an den DKMS-Ständen registrieren. Der Ablauf ist denkbar einfach: Mit drei Wattestäbchen einen Wangeninnenabstrich machen, das Ganze trocknen lassen und direkt am Stand zurückgeben. Anschließend werden die Daten anonymisiert in die weltweite Spenderdatei aufgenommen und stehen für die Suche nach passenden Patientinnen und Patienten zur Verfügung.

Was passiert, wenn eine typisierte Person sich als geeignet für eine Stammzellenspende erweist?
Wenn man tatsächlich als Match für einen Patienten infrage kommt, kommt es in 90 Prozent der Fälle zur peripheren Stammzellentnahme in einer unserer Entnahmekliniken. Nach einem gründlichen medizinischen Check ist dies vergleichbar mit einer Dialyse. Durch einen Zugang in der Armbeuge wird das Blut entnommen, durch einen Apparat werden die benötigten Stammzellen herausgefiltert und das Blut fließt durch einen Zugang in der anderen Armbeuge zurück in den Körper. Das Ganze dauert zwischen drei und fünf Stunden. In den restlichen zehn Prozent kommt es zu einer Knochenmarkentnahme unter Vollnarkose. Hierbei wird über einen feinen Schnitt über dem Beckenkamm das benötigte Knochenmark entnommen. In wenigen Wochen hat es sich vollständig regeneriert. Als Folge wird oftmals für einige Tage von einem Schmerz, ähnlich einem Muskelkater, berichtet.
Wie wichtig sind die Stammzellenspenden bei der Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie?
Eine Stammzellspende ist für viele Patientinnen und Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) oder anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems die letzte Chance auf Überleben. Wenn eine Chemotherapie nicht ausreicht oder die Erkrankung zurückkehrt, kann eine Stammzelltransplantation das kranke blutbildende System durch ein gesundes ersetzen. Deshalb ist es so enorm wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellspenderinnen und ‑spender registrieren. Mit jedem und jeder Einzelnen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass für Patientinnen und Patienten weltweit der passende „genetische Zwilling“ gefunden wird.

