Fußball

Wie der gebürtige Schnaitheimer Patrick Faber mit ehemaligen Stars der Bundesliga seine Trainerlizenz beim DFB macht

Lernen macht Spaß! Der gebürtige Schnaitheimer Patrick Faber spielte einst auch mit Frank Schmidt zusammen, jetzt ist er Trainer der TSG Hofherrnweiler. Aktuell absolviert er zusätzlich die Trainer-A-Lizenz der DFB-Akademie, zusammen mit ehemaligen Nationalspielern wie Lars Stindl, Makato Hasebe oder Nelson Valdez. Was zudem der VfB Stuttgart und Alexander Zorniger damit zu tun haben:

Der Witz liegt auf der Hand: Drückst du wieder die Schulbank? Im Fall von Patrick Faber muss er sogar zwingend sein. Denn der gebürtige Schnaitheimer ist Lehrer (Deutsch und Sport) an der Kocherburgschule in Unterkochen. Er ist derjenige, der anderen etwas beibringt. Und das nicht nur in seinem Berufsleben. In der sechsten Saison ist Faber auch Trainer bei der TSG Hofherrnweiler. So gesehen unterrichtet er die Verbandsliga-Fußballer.

Jetzt aber hat der 39-Jährige einen Perspektivwechsel gewagt – und sich für eine Ausbildung für eine Trainer-A-Lizenz entschieden. Dafür investiert der Vater von Zwillingen nicht nur einiges an Zeit, sondern auch an Geld. „Ich möchte einfach ein besserer Trainer werden und möchte sehen, wohin die Reise gehen kann“, sagt Faber. Das Trainerdasein sei eben seine große Leidenschaft.

Patrick Faber (vorne) mit Benjamin Hübner (links), dem Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Foto: DFB

Die Ausbildung zur A-Lizenz der DFB-Akademie beinhaltet 540 Lerneinheiten, aufgeteilt auf etwa 13 Präsenz- und Anwendungsphasen innerhalb von 12 Monaten. Für die Präsenzeinheiten geht es jeweils für drei Tage entweder an die Sportschule Grünberg (nördlich von Frankfurt am Main) oder zum DFB-Campus in Frankfurt an der Oder. Während dieser Phasen komme seine Schule ihm durch Unterrichtsverlegungen entgegen, erzählt Faber. Dazu kommen Hospitationen, die das Fußballerherz höherschlagen lassen: Im April geht es für Patrick Faber, der aktuell die Trainer-B-Lizenz besitzt, für mindestens drei Tage zum VfB Stuttgart. Zudem steht Faber mit Alexander Zorniger für eine mögliche weitere Hospitation in Kontakt. Unter dem Mutlanger hatte Faber einst bei Normannia Gmünd trainiert. Mittlerweile coacht Alexander Zorniger den dänischen Erstligisten Odense BK.

Den Spaß sieht man ihm an: Patrick Faber (rechts) im Zusammenspiel mit Lars Stindl. Foto: DFB

„Ich bin in diesem Bereich einfach wie getrieben und finde es so spannend, aus anderen Ideen und Ansätzen, Neues für das eigene Trainerdasein mitzunehmen“, gerät Patrick Faber regelrecht ins Schwärmen. Aufgrund seines Werdegangs sei er vor den ersten beiden Präsenzphasen überzeugt gewesen, dass er schon ziemlich viel über Fußball wüsste. Aber: „Bei den Rückfahrten habe ich oftmals gedacht, dass ich erst gestern mit Fußball angefangen habe“, räumt er ein.

Bei den Rückfahrten habe ich oftmals gedacht, dass ich erst gestern mit Fußball angefangen habe.

Patrick Faber, Trainer der TSG Hofherrnweiler

Ob auch die anderen Teilnehmenden diesen Eindruck teilen, lässt sich nicht sagen. Zumindest tragen viele von ihnen einen für die Fußballwelt größeren Namen: Nelson Valdez spielte einst unter anderem für Werder Bremen und Borussia Dortmund in der Bundesliga und nahm mit Paraguay an zwei Weltmeisterschaften (2006 und 2010) teil. Makoto Hasebe gewann 2009 mit dem VfL Wolfsburg die deutsche Meisterschaft und wurde 2022 mit Eintracht Frankfurt Uefa-Cup-Sieger. Lars Stindl (unter anderem bei Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach) kommt immerhin auf elf Einsätze für die deutsche Nationalmannschaft. Oder Banjamin Hübner, der seit Juli 2025 Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft ist. „Viele hatten Fußball als Hauptberuf. Bei mir sieht’s da schon anders aus“, bringt es Patrick Faber auf den Punkt. „Da sind ehemalige Nationalspieler dabei. Und dann komme ich, ein Lehrer, der mal in der Oberliga gespielt hat.“ Kontrastreicher kann das wohl nicht sein.

Im Dress der TSG Hofherrnweiler: Patrick Faber. Foto: Fupa/TSG Hofherrnweiler

Doch Faber kann seine eigenen Stärken auch sehr gut einschätzen. „Klar, bei vielen merkt man aufgrund ihrer Expertise, was sie die letzten Jahre gemacht haben. In anderen Bereichen kann ich meine Vorteile ausspielen. Zum Beispiel beim Thema Mannschaftsansprache. In den vergangenen Jahren habe ich ja nichts anderes gemacht“, erklärt Faber. Trotz dieser Mischung herrsche eine besondere Atmosphäre, da alle ein gemeinsames Ziel haben.

Und dieses kann man auf verschiedene Arten erreichen, was zum Beispiel anhand des Themas Mannschaftsführung deutlich wird. „Es gibt Trainertypen wie Carlo Ancelotti, der eher ein Gentleman ist. Oder besonders emotionale Trainer, wie Jürgen Klopp es war. Und beide haben mit ihren Teams die Champions League gewonnen“, erklärt Patrick Faber, der sich in der Mitte zwischen den beiden genannten Trainern einordnen würde.

Besonders dankbar ist Patrick Faber seiner Frau Alisa, die ihm in dieser Zeit mehr denn je den Rücken freihält. „Ich bin jetzt jeden Monat für mehrere Tage weg. Dazu kommen noch mein Beruf und meine Trainertätigkeit. Das ist eine zusätzliche Herausforderung für sie“, sagt Patrick Faber. „Alisa motiviert und ermuntert mich sogar.“

September 2005: Patrick faber im Dress des HSB. Foto: HZ-Archiv

Am Ende der Ausbildung im November gibt es übrigens – anders als in der Schule – keine Noten für die Teilnehmenden. Es gibt nur ein Bestanden oder ein Nichtbestanden. Bleibt nur die Frage, wohin es dann geht? Die A-Lizenz befähigt dazu, Co-Trainer in allen Ligen sein zu dürfen – oder Cheftrainer bis zur Regionalliga. Patrick Faber ist zumindest für alles offen, auch, nachdem er weiß, dass am Saisonende bei der TSG Hofherrnweiler Schluss sein wird (eine gemeinsame Entscheidung von ihm und den Vereinsverantwortlichen).

Zumindest träumen darf erlaubt sein. „Mein Sohn hat mich mal gefragt, ob ich eines Tages Lamine Yamal (Star des FC Barcelona) trainieren werde“, erzählt Patrick Faber. Sein schlagfertiger Konter: „Wenn er es in meinen Kader schafft.“

Patrick Faber war einst Mitspieler von Frank Schmidt

Als aktiver Fußballer wechselte Patrick Faber von der B-Jugend der TSG Schnaitheim zum damaligen HSB, bei dem er später unter anderem mit Frank Schmidt auflief. Auch beim Aufstieg des 2007 gegründeten      1. FC Heidenheim in die Regionalliga wurde Faber offiziell als Spieler geführt, obwohl er nicht viel beitragen konnte.

Später spielte Patrick Faber bei Normannia Gmünd und Essingen, ehe er in der Saison 2018/19 zur TSG Hofherrnweiler stieß. Nach einem Achillessehnenriss gelang ihm zwar ein Comeback als Spieler, allerdings wurde Faber in der Saison 20/21 zum Cheftrainer befördert.

Bei der aktuellen Ausbildung zur A-Lizenz sind 50 Teilnehmende dabei, 44 Männer und sechs Frauen.