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Wer kann Abstiegskampf? FCH-Trainer Frank Schmidt setzt vor dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg den Rotstift im Kader an

Wie schafft der 1. FC Heidenheim noch den Sprung aus dem Tabellenkeller? Vor dem Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg an diesem Sonntag, 15. Februar, zieht FCH-Trainer Frank Schmidt personelle Konsequenzen und setzt fortan nur noch auf Spieler, die dem Druck des Abstiegskampfs gewachsen sind. Was er von seinen Schützlingen in Augsburg und in den kommenden Wochen erwartet:

Die Zeiten des Schönredens sind beim 1. FC Heidenheim vorbei. Nach acht sieglosen Spielen in der Fußball-Bundesliga ist der Rückstand des Tabellenletzten auf den Relegationsplatz auf sechs Punkte angewachsen. „Natürlich ist die Situation Stand heute keine gute, das wissen wir auch“, sagte FCH-Trainer Frank Schmidt bei der Pressekonferenz am Freitagvormittag und lieferte den Ausweg gleich mit: „Was hilft, sind Punkte und Siege.“ Vor dem Auswärtsspiel an diesem Sonntag, 15. Februar, beim FC Augsburg (15.30 Uhr) geht es nach den ernüchternden Ergebnissen bei dem Bundesligisten nicht nur darum, wie der Umschwung gelingen soll, sondern vor allem darum, wer für die herausfordernde Situation überhaupt geeignet ist. Wer kann Abstiegskampf und wer hält dem großen Druck nicht stand?

Diese Frage stellt sich Frank Schmidt in diesen Tagen häufiger. Anders als in den „homogenen“ Wochen zuvor seien die vergangenen Trainingstage „heterogen“ verlaufen, erzählt der Heidenheimer Coach. Warum das so war? „Weil nicht alle mit der Situation gleich umgehen können“, so Schmidt. Der 52-Jährige hat eine klare Vorstellung davon, welche Eigenschaften seine Spieler in Augsburg und in den kommenden Wochen mitbringen müssen. „Es gibt welche, die lassen sich davon nicht beeindrucken, krempeln die Ärmel hoch und machen weiter“, sagte der 52-Jährige. „Genau auf diese Spieler müssen wir jetzt auch setzen.“

Trio ist für das Auswärtsspiel in Augsburg fraglich

Bei diesen klaren Aussagen dürfte bereits die Nominierung des Kaders für den 22. Spieltag ein Fingerzeig in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit der Spieler sein. Wer ist dabei, wer fehlt? Eine Einsatzgarantie dürften aktuell nur drei Spieler haben. Neben dem gesetzten Diant Ramaj im Tor haben wohl nur Kapitän Patrick Mainka und dessen Vertreter Niklas Dorsch einen Platz in der Startelf sicher. Wobei hinter dem Einsatz von Dorsch ein Fragezeichen steht – nicht aus sportlichen Gründen, sondern aus gesundheitlichen. „Er war die ganze Woche krank“, verriet Frank Schmidt, der außerdem ein Fragezeichen hinter die Spielfähigkeit von Leonidas Stergiou (Muskelverletzung) und Mathias Honsak (Oberschenkelprobleme) setzte. Sicher ausfallen wird am Sonntag aber lediglich der Langzeitverletzte Leart Pacarada.

Niklas Dorsch überzeugte in den vergangenen Wochen mit konstant starker Leistung. Für das Auswärtsspiel gegen seinen Ex-Club aus Augsburg ist der Vize-Kapitän fraglich. Foto: Eibner-Pressefoto/Edward Cheung

Und mit den vier Neuzugängen – bei nur einem Abgang – ist der Spielerkreis, aus dem Frank Schmidt wählen kann, im Januar noch größer geworden. Insgesamt stehen ihm bis zu 25 Feldspieler zur Verfügung, in den Spieltagskader darf er aber nur 18 berufen.

Niklas Dorsch ist beim 1. FC Heidenheim einer der Lichtblicke.

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Schmidt hat also die oft zitierte Qual der Wahl. Der Aufstellungsbogen, auf dem vor Spielbeginn die Startelf sowie die Auswechselspieler aufgelistet werden, wird somit am Sonntag ein deutliches Zeichen von Frank Schmidt sein, auf wen er beim Spiel in Augsburg und bis zum Saisonende setzt – und auf wen eher nicht. „Entscheidend ist, dass man alles gibt, dass die Leidenschaft stimmt. Das erwarte ich auch von jedem einzelnen Spieler, der mit dabei sein wird beim Spiel in Augsburg und in den Wochen danach“, sagte Schmidt.

Feiert Christian Conteh sein Debüt für den FCH?

Einer davon könnte auch Neuzugang Christian Conteh sein, der seit seinem Wechsel von Eintracht Braunschweig aufgrund einer Innenbandverletzung im Knie ausgefallen war. „Wenn er richtig fit und bereit ist, wird er auch seine Chance bekommen“, sagte Schmidt über den Außenstürmer, der in den vergangenen beiden Wochen vollumfänglich trainieren konnte. „Wann der Zeitpunkt ist, werden wir sehen“, fügte er an.

Winterneuzugang Christian Conteh hat in den vergangenen beiden Wochen voll trainiert und könnte sein Debüt für den FCH geben. Foto: Eibner-Pressefoto/Jan Prihoda

Und obwohl der FCH bei seinen zwei bisherigen Auftritten in Augsburg ohne Punkt geblieben war, dienen die Duelle gegen die „Fuggerstädter“ als Mutmacher. Der höchste Bundesligasieg gelang beim 4:0-Heimerfolg in der Vorsaison. Und auch das jüngste Duell am fünften Spieltag weckt positive Erinnerungen. Der 2:1-Sieg war nicht nur der erste in der Hinrunde, in den 90 Minuten lieferten die Heidenheimer ihre stärkste Leistung der bisherigen Saison ab. „Wenn man an dieses Spiel zurückdenkt, wie viel Entschlossenheit wir nicht nur bei den Toren, sondern im gesamten Spiel hatten, dann ist das genau das, was wir jetzt brauchen.“