Öfter mal was Neues: Bastian Heidenfelder kennt sich im Fußball, wohlgemerkt im Profigeschäft, sehr gut aus, hat hier immer wieder neue Erfahrungen machen dürfen. Einst stieg der „Bomber“, wie er von Fans und Mitspielern genannt wurde, mit dem 1. FC Heidenheim in die 3. Liga auf. Später war der ehemalige Stürmer Sportlicher Leiter beim FCH und anschließend Stellvertreter des damaligen NLZ-Leiters Bernhard Raab, rechte Hand des Vorsitzenden Holger Sanwald und Co-Trainer bei den A-Junioren. Seit Sommer 2024 ist Heidenfelder Co-Trainer beim Verbandsligisten TSG Hofherrnweiler (sechsthöchste Klasse in Deutschland) – seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag hat er aber nicht verlängert.
Eine bewusste Entscheidung, die sich angedeutet hatte. „Schon mein Weggang vom FCH war ein Schritt Richtung mehr Flexibilität, um mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können“, sagt Heidenfelder. Zwar hatte er bereits in dieser Saison die Zahl der Trainingstage von drei auf zwei reduzieren können, allerdings spielen auch die Spieltage an Wochenenden eine große Rolle, so Heidenfelder. „Dann geht’s um 9 Uhr raus aus dem Haus, um 20 Uhr bin ich zurück. Ich denke, dass sich meine Empfindung verändert hat. Ich habe gemerkt, dass ich das einfach nicht mehr will“, sagt der 40-Jährige, der mit seiner Frau Franziska und Tochter Toni in Heidenheim lebt.

Doch ganz ohne Fußball geht‘s natürlich auch nicht. Also möchte Bastian Heidenfelder den Schritt weg vom Leistungsfußball hin in den Amateurbereich machen. Hier würde er am liebsten selbst eine Mannschaft betreuen. „Co-Trainer war ich ja lange genug“, scherzt Heidenfelder. „Ich habe den Wunsch, eine Mannschaft selbst zu betreuen. Als Cheftrainer trägt man natürlich mehr Verantwortung. Man kann und darf dann aber auch seine eigenen Ideen besser verwirklichen.“
„Natürlich finde ich es schade, dass sich Basti so entschieden hat. Aber ich kann es auch nachvollziehen. Der zeitliche Aufwand ist enorm“, zeigt Patrick Faber Verständnis. Der Cheftrainer der TSG Hofherrnweiler, dessen Eltern noch in Schnaitheim leben, wünscht seinem „Co“, dass er im Amateurfußball schnell zurechtkommen wird. „Basti war Profi und kommt jetzt aus einem ambitionierten Herren-, in den Hobbybereich, in dem zum Beispiel die Trainingsbeteiligung vielleicht eine andere ist“, nennt Faber eine mögliche Herausforderung.
Wenn Heidenfelder einen Wunsch äußern dürfte, würde er gerne im Bereich des Fußballbezirks Ostwürttemberg eine Mannschaft in der Bezirksliga oder der Kreisliga A trainieren. „Grundsätzlich höre ich mir alles an. Mir ist aber schon ein sportlicher Wettbewerb mit einem Auf- und Abstiegsszenario wichtig, neben Spaß möchte ich natürlich auch Erfolg haben“, erklärt Heidenfelder – und schließt damit ein Engagement in der Kreisliga B, der untersten Fußballklasse, eher aus.

Möchte er denn noch selbst spielen? Schließlich nimmt Heidenfelder bei der TSG Hofherrnweiler noch regelmäßig am Training teil, sodass eine gewisse Grundfitness vorhanden sein sollte. „Ich habe früher immer gesagt, dass ich zum Ende meiner Laufbahn gerne in der Kreisliga kicken würde. Dieser Reiz lässt sich nur schwer beschreiben. Im Prinzip geht es um diesen ursprünglichen Fußball“, erklärt Heidenfelder, betont aber auch: „Es bleibt dabei, ich möchte keinem jungen Spieler den Platz wegnehmen.“ Über eine mögliche Jokerrole sagt Heidenfelder aber auch: „Aber wenn mal Not am Mann sein sollte, wäre ich bereit von der Bank zu kommen.“
Bastian Heidenfelder machte 119 Spiele für den 1. FC Heidenheim
Bastian Heidenfelder war von Januar 2009 bis Sommer 2014 als Spieler beim FCH. Der Stürmer bestritt 119 Spiele und feierte mit dem Verein zwei Aufstiege bis in die 2. Liga. Heidenfelder erzielte 24 Tore und bereitete neun direkt vor.


