Winterneuzugang überzeugt im Abstiegskampf

Unbekümmert und optimistisch: So bringt Hennes Behrens neuen Schwung ins Spiel des 1. FC Heidenheim

Mit etwas Verzögerung erfolgte der Start von Winterneuzugang Hennes Behrens beim 1. FC Heidenheim. Seit drei Bundesliga-Spielen ist der 21-Jährige Stammspieler und glaubt fest an einen Aufschwung im Abstiegskampf. Wie er seinen Start beim FCH einschätzt und an welchen Spieler Behrens Trainer Frank Schmidt erinnert:

Wer ist eigentlich dieser Hennes Behrens? Diese Frage stellten nicht wenige Fans des 1. FC Heidenheim, als der 21-jährige Außenverteidiger beim Trainingsauftakt Anfang Januar auf dem Platz stand. In den vergangenen drei Partien hat der Winterneuzugang von der TSG Hoffenheim eine sportliche Antwort gegeben. „Ich dachte, Frans Krätzig ist zurück, die Ähnlichkeit ist verblüffend“, sagte Frank Schmidt bei der ersten Trainingseinheit, „er ist auch ein ähnlicher Spielertyp.“

Frank Schmidt und Holger Sanwald wollen weiter als Team zusammenarbeiten.

„Wir wissen, was wir ihm zu verdanken haben“ – warum der FCH an Trainer Frank Schmidt festhält

Die Lage für den 1. FC Heidenheim spitzt sich immer mehr zu. Würde der Verein auch mit Frank Schmidt in die 2. Bundesliga gehen? Der Trainer selbst sieht nicht den richtigen Zeitpunkt, um über dieses Thema zu reden. Sein Klubchef stärkt ihm aber schon einmal den Rücken.
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Heidenheim
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Und der Vergleich kommt nicht von ungefähr: Sein bevorzugter Arbeitsbereich ist – wie bei Frans Krätzig – die linke Außenbahn. Auch bei den Vorzeichen seines Wechsels auf die Ostalb gibt es Parallelen: Wie sein Vorgänger kam Behrens als Leihspieler (bis Saisonsende) von einem Bundesliga-Konkurrenten, wo er in der Hinrunde kaum Einsatzzeit hatte. Der 21-Jährige spielte zu Saisonbeginn vorrangig für die Drittliga-Mannschaft der TSG Hoffenheim, zog sich Ende September aber einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu, der ihn bis zur Winterpause zum Zuschauen zwang.

Neuzugang verdrängt „Platzhirsch“ Jonas Föhrenbach

Die Verletzung bremste ihn auch in den ersten beiden Wochen beim FCH, sodass er erst am 19. Spieltag gegen RB Leipzig nach Einwechslung sein Debüt auf dem Schlossberg feiern konnte. Dabei hinterließ er prompt einen guten Eindruck – auch bei Kapitän Patrick Mainka: „Man sieht, dass er Qualität hat und uns weiterhilft“, sagt er. Und nach dem Kurzeinsatz machte er genau das, was sich Frank Schmidt von seiner Verpflichtung erhofft hatte: Er sorgte für Konkurrenzkampf auf seiner Position. „Er bringt viel mit, was unserem Spiel entspricht“, so Schmidt. Mit größerem Offensivdrang entschied er das Rennen der Linksverteidiger gegenüber „Platzhirsch“ Jonas Föhrenbach für sich. „Ich bin super aufgenommen worden im Team, deswegen konnte ich gut mit ihnen harmonieren“, sagt der gebürtige Frankfurter zu seinem Start beim FCH.

Hennes Behrens kam im Winter von der TSG Hoffenheim und spielt in der Rückrunde auf Leihbasis beim FCH. Foto: Dennis Straub

In den vergangenen drei Bundesliga-Spielen stand er jeweils in der Startelf und brachte neuen Schwung in das Spiel des Abstiegskandidaten. „Er schafft Situationen, die uns guttun, vor allem in der Offensive“, so Patrick Mainka, der bei seinem Nebenmann in der Abwehrkette aber auch noch Verbesserungspotenzial sieht. „Er will viele Situationen noch spielerisch lösen“, sagt der 31-Jährige, „es fehlt manchmal noch der Schritt, den letzten Pass zu spielen.“

Zwischen Selbstkritik und Unbekümmertheit

Ein Punkt, den auch Behrens selbst in seinem Spiel ausgemacht hat. Seine Spielweise sei „intuitiv“, aber er müsse in einigen Momenten „etwas klarer sein“, sagt der Neuzugang. An Unbekümmertheit und Optimismus scheint es ihm im Abstiegskampf aber nicht zu mangeln. „Es ist vielleicht ein Vorteil, dass ich nicht aus einer negativen Situation komme und einfach frischen Wind reinbringe“, so der Verteidiger, „das hilft der Mannschaft weiter.“

Von den Negativerlebnissen in den vergangenen Wochen will er sich nicht entmutigen lassen. „Wir müssen weitermachen und weiter daran glauben“, blickt er voraus. Das gilt auch für das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart an diesem Sonntag, 22. Februar (19.30 Uhr/Voith-Arena) – bei dem er und seine Mitspieler erneut die Außenseiterrolle haben werden. Hennes Behrens sieht darin aber vielmehr eine Gelegenheit für eine Überraschung. „Gegen Dortmund hat auch keiner gedacht, dass wir eine Chance haben“, sagt er mit Blick auf die knappe 2:3-Niederlage. „Und da hätten wir sogar einen Sieg holen können“, fügt Behrens hinzu.

Der Glaube an einen Lauf im Abstiegskampf

Mit jugendlichem Optimismus denkt der Rechtsfuß gleich schon einen Schritt weiter. „Sobald wir ein Spiel gewinnen, traue ich uns zu, auch mal einen Lauf zu haben“, sagt er mit entschlossener Stimme. Für die mutigen Worte wird Hennes Behrens vielleicht von den kritischeren FCH-Fans belächelt, in der aktuellen Situation des Bundesligisten ist die Zuversicht aber einer der letzten Strohhalme – die man noch ergreifen kann. Ein weiterer wäre der Blick in die Vorsaison: Da hatten die Heidenheimer nach 22 Spieltagen mit 14 Punkten nur einen mehr als derzeit gesammelt und schafften bekanntermaßen noch die wundersame Rettung.

Legendär: Nach dem Tor von Philip Heise (links) beim SV Elversberg im April 2014 feiern die Spieler des 1. FC Heidenheim vor den mitgereisten Fans.

Warum Heidenheims Aufstiegsheld Philip Heise nach dem ersten Gespräch mit FCH-Trainer Frank Schmidt verwundert war

Der kickt immer noch! Philip Heise stieg 2014 mit dem 1. FC Heidenheim in die 2. Liga auf. Heute hält der 34-Jährige die Abwehr des niederländischen Zweitligisten Venlo zusammen. Vor dem Heimspiel des FCH gegen den VfB Stuttgart (Sonntag, 19.30 Uhr) erzählt Heise, der für beide Vereine gespielt hat, womit Frank Schmidt ihn manchmal genervt hat, wessen Trikot eines Spielers von Manchester City er sich geschnappt hat und wie er das kommende Duell seiner beiden Ex-Vereine tippt:
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Heidenheim/Venlo
Legende des 1. FC Heidenheim

Hennes Behrens wird alles dafür geben, dass sich diese besondere Geschichte wiederholt. Darauf hofft auch sein Trainer: „Bei Frans Krätzig war es ähnlich, da gab es einige Motzer und am Ende ist er als Publikumsliebling gegangen“, so Schmidt, der sich auch in dieser Sache über die nächste Parallele zwischen Krätzig und Behrens freuen würde.