Heidenheim / Edgar Deibert Die Ultragruppierung „Fanatico Boys“ unterstützt in der Coronakrise hilfsbedürftige Menschen. Auch die Fußballer der TSG Schnaitheim und des SC Hermaringen engagieren sich.

Seit Längerem engagieren sich die „Fanatico Boys“, die größte und einflussreichste Ultragruppierung des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim, für soziale Einrichtungen und unterstützen durch Aktionen Menschen, die Hilfe benötigen. Dafür wurde die Initiative „Rot Blaues Herz“ gegründet.

Auch in der Coronakrise wenden sich die Ultras mit einem Appell an die Menschen in Heidenheim und Umgebung. Diesen veröffentlichten die „Fanatico Boys“ auf ihrer Homepage. Der FCH teilte diesen Aufruf auf seinem Instagram-Account. In diesem beteuern die Ultras, dass für sie „Solidarität und Zusammenhalt gerade in der jetzigen Situation an oberster Stelle“ stehe. Daher will die Initiative „Rot Blaues Herz – gemeinsam für Heidenheim“ vom Coronavirus besonders gefährdete Risikogruppen, zum Beispiel ältere Menschen, oder auch andere Hilfsbedürftige in Heidenheim unterstützen.

Angebot nicht nur für FCH-Fans

Im Aufruf heißt es, dass zur Unterstützung Lebensmittel oder Medikamente (Gang zur Apotheke) eingekauft oder Botengänge erledigt werden könnten. „Wir nehmen die Empfehlungen, soziale und öffentliche Kontakte zu meiden, sehr ernst und möchten gerade der höher gefährdeten Risikogruppe dabei helfen, ihren Alltag auch in Isolation zu Hause bewältigen zu können – natürlich völlig losgelöst, ob jemand FCH-Fan ist oder nicht.“

Allerdings könne auch die Gruppe zurzeit sehr gefragte Produkte wie etwa Desinfektionsmittel und Schutzhandschuhe nicht besorgen. Auch sei das Angebot zunächst auf das Stadtgebiet Heidenheim beschränkt. Wer außerhalb Heidenheims akut Hilfe benötige, dürfe sich dennoch melden.

Anfragen telefonisch unter 0157.35956024 oder per Email an Rot-Blaues-Herz@gmx.de

Zudem appelliert die Initiative an alle: „Übernehmt soziale Verantwortung und zeigt, dass wir Heidenheimer zusammenhalten können! Meidet soziale und öffentliche Kontakte, lasst aber eure Nachbarn, Freunde und Mitbürger nicht im Stich!“

Der Verein findet das Angebot seiner Fans „absolut fantastisch“. Deswegen sei die Aktion auch auf den FCH-Kanälem entsprechend beworben, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Schnaitheimer Fußballer helfen auch

In der Coronakrise wollen auch die Fußballer der TSG Schnaitheim ihren Mitmenschen helfen und haben dafür die Aktion „Zusammenhalten trotz Abstand halten“ ins Leben gerufen. Die TSG-Kicker wollen hilfsbedürftige Menschen, die einer Risikiogruppe angehören oder in Quarantäne sind, im Gebiet Schnaitheim/Aufhausen bei Einkäufen und Botengängen unterstützen.

Zu erreichen sind die Schnaitheimer Fußballer unter der Telefonnummer 01522.6416208 oder unter der E-Mail-Adresse corona@tsg-kicker.de

Den Erledigungen möchten sich die Fußballer in ihrer eigentlichen Trainingszeit montags, mittwochs und freitags (jeweils ab 18 Uhr) widmen. In den unteren Spielklassen ruht der Spielbetrieb aufgrund der Coronakrise.

Hilfe für die Nachbarschaft in Hermaringen

Die Kicker des SC Hermaringen haben eine Nachbarschaftshilfe gegründet. Auch hier sollen Menschen, die zur Risikogruppe gehören, entlastet werden. Für Einkäufe oder Botengänge kann die Telefonnummer 0173.4160287 gewählt werden.

Noch mehr Hilfsangebote

Eine ähnliche Initiative gibt es auch in Giengen:

Eine Initiative von Bürgern und Verwaltung will ältere oder kranke Menschen während der Corona-Krise unterstützen. Dabei geht es nicht nur ums Einkaufen:

Und auch in Herbrechtingen:

Hilfenetzwerk in Zeiten von Corona Kirchen und Stadt suchen Freiwillige

Kirchengemeinden und Stadt wollen Netzwerk aufbauen: Wer Hilfe braucht – etwa beim Einkaufen – kann sich melden. Jetzt braucht es Freiwillige, die mitmachen wollen.

Alle Informationen zum Coronavirus in Heidenheim und der Region gibt es hier.

Die Krise stellt auch den 1. FC Heidenheim vor große Herausforderungen. Der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald bleibt kämpferisch und hofft, dass die Saison zu Ende gespielt werden kann. Im Interview spricht er über darüber, ob man das Spiel gegen Karlsruhe hätte absagen müssen, ob die Krise für den FCH gefährlich werden kann und wie die Spieler jetzt trainieren.