Im achten Jahr spielt der 1. FC Heidenheim jetzt in der 2. Liga und dient in manchen Medien immer noch als Schreckgespenst für die ganz Großen der Zunft. Sobald ein Traditionsverein in der Bundesliga in Abstiegsgefahr gerät, findet sich irgendwo die Schlagzeile: Wollt ihr wirklich da hin? Gefolgt von den Ortsnamen Sandhausen, Aue und Heidenheim. Gerne werden auch die Geschichten von den Busfahrern hervorgekramt, die das winzige Heidenheim am Hahnenkamm ansteuerten. Also das ewige Synonym für Provinzialität?

Nein! Es gibt Hoffnung. Jetzt wird der Verein vom Schlossberg sogar von einem der weltweit bekanntesten Trainer erwähnt. Thomas Tuchel wurde aktuell bei der vom Sportmagazin „Kicker“ durchgeführten Wahl mit klarem Vorsprung „Trainer des Jahres“. Und was sagt der Mann, der schon den Pariser Milliarden-Klub PSG trainierte und vor kurzem mit dem FC Chelsea die Championsleague gewann?

Den Preis nach Heidenheim fahren?

„Wer will entscheiden, was die größte Trainerleistung ist? Vielleicht haben Christian Streich oder Bo Svensson den Preis verdient. Vielleicht könnte man ihn jedes Jahr nach Freiburg fahren. Vielleicht müsste man ihn nach Heidenheim fahren, weil dort überragend gearbeitet wird. Und für den Champions-League-Gewinn reicht der Trainer alleine nicht."

Wow. Zuerst einmal Respekt für so viel Demut in der Stunde des großen Triumphs. Und dann ein bisschen Stolz. Sozusagen an dritter Stelle erwähnt Tuchel Heidenheim, den FCH, Trainer Frank Schmidt. Der stand übrigens tatsächlich auch zur Wahl, erhielt eine Stimme.

Und für Tuchel hätte auch Frank Schmidt diese Auszeichnung verdient.
Und für Tuchel hätte auch Frank Schmidt diese Auszeichnung verdient.
© Foto: Eibner-Pressefoto/Sascha Walther

Für Schmidt war die Aussage seines fast gleichalten Kollegen ebenso unerwartet wie erfreulich. Tuchel (bei Ulm) und Schmidt (bei Vestenbergsgreuth) spielten übrigens Mitte der 1990er-Jahre beide in der Regionalliga Süd.

Frank Schmidt Dank

„Diese wertschätzende Aussage von Thomas Tuchel zu lesen, war natürlich überraschend, hat mich aber wirklich sehr gefreut. Auch wenn ich die Auszeichnung ,Trainer des Jahres’ natürlich nicht verdient habe. Er als erfolgreicher und erfahrener Trainer weiß jedoch ganz genau, was es bedeutet, lange Zeit für einen Verein zu arbeiten. Ich weiß nicht, ob es ihn erreichen wird, aber an dieser Stelle vielen Dank, Thomas, für deine Wertschätzung“, so Schmidts Reaktion.

Heidenheim