Ein ehemaliger Spieler des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim ist U-21-Europameister: Zwei Spielzeiten (2018/19 und 2019/20) entwickelte sich Niklas Dorsch beim FCH, ehe er im Sommer 2020 – nach dem nur knapp verpassten Aufstieg in die Bundesliga in der Relegation – zum belgischen Erstligisten KAA Gent wechselte und dem FCH 3,5 Millionen Euro Ablöse einbrachte.

Mit der deutschen U-21-Nationalmannschaft gewann der Franke nun den EM-Titel. Und ist aufgrund seiner sehr starken Leistungen ein begehrter Interviewpartner. Im Gespräch mit „Sky Sport“ bestätigte Dorsch, dass er in der Nacht nach dem Pokalgewinn sehr wenig geschlafen habe. „Ich muss mich erst einmal regenerieren, da ich das nicht gewohnt bin“, so der 23-Jährige.

Niklas Dorsch: wichtigstes Spiel seiner Karriere

Natürlich stürmten Dorsch und seine Mitspieler die Pressekonferenz von Trainer Stefan Kuntz sowie Ridle Baku und Lukas Nmecha (schon vorher war Kuntz gut aufgelegt). „Ich habe die Jungs kurz zusammengetrommelt und ihnen gesagt: Kommt, das crashen wir kurz“, erzählte Dorsch im „Sky“-Interview.

Feuchtfröhliche Pressekonferenz: Niklas Dorsch ist ganz rechts zu sehen – oder wegen des vielen Bieres auch nicht.
Feuchtfröhliche Pressekonferenz: Niklas Dorsch ist ganz rechts zu sehen – oder wegen des vielen Bieres auch nicht.
© Foto: Screenshot/ARD

Er habe vor dem Finale gegen Portugal gewusst, dass es wahrscheinlich bislang das wichtigste Spiel seiner Karriere sein wird. „So bin ich es auch angegangen. Ich wollte alles aus mir rausholen, was in mir steckt.“

U-21-Nationaltrainer Stefan Kuntz.
U-21-Nationaltrainer Stefan Kuntz.
© Foto: Eibner

Dabei habe Coach Kuntz vor knapp einem Jahr ihm deutlich gesagt: „Dorschi, pass auf, die Leistung, die du zurzeit bringst, reicht noch nicht. Wir haben große Konkurrenz auf deiner Position“, erinnerte sich der Mittelfeldspieler und fügte an: „Dann wusste ich, wie ich dran bin und dass ich mich steigern muss.“ Dies tat er und schaffte es wohl auch dank der „besonderen“ Motivation in die deutsche Mannschaft.

Gegen Portugal war Dorsch schließlich der „Spieler des Spiels“ – und meldete sich anschließend gegen halb zwei nachts bei seiner Oma in Burgkunstadt. Diese hatte Dorsch in einer Videobotschaft mit einem Sauerbraten und einer Haxe motiviert. „Ich wusste, dass sie noch wach war und habe gefragt, ob alles okay ist und ob sie mein Interview gesehen hat“, so Dorsch. Er hatte wiederum in diesem Interview mit „Pro Sieben“ seine Oma mit den Worten gegrüßt: „Oma, ich liebe dich!“

Schöne Grüße aus Burgkunstadt: Die Oma von Niklas Dorsch wurde zum gefeierten Internetstar.
Schöne Grüße aus Burgkunstadt: Die Oma von Niklas Dorsch wurde zum gefeierten Internetstar.
© Foto: Screenshot/Instagram-Account Niklas Dorsch

Dorsch selbst stammt aus einer Bierregion – seine Oma hatte einst eine Brauerei. Doch Niklas Dorsch selbst ist nicht der größte Bierfan, wie er verriet. Seine Oma werde sich aber einen Schluck Bier aus dem EM-Pokal gönnen, ist er sich sicher.

Gerne würde Dorsch auch bei den Olympischen Spielen für die deutsche Nationalmannschaft antreten. Und er betonte, dass er eines Tages auch gerne in der A-Nationalmannschaft spielen würde.

Der sinnvollste Weg dafür? Der führe über die Bundesliga, so Dorsch, dessen Vertrag in Gent aber noch bis Sommer 2024 läuft. Bei entsprechenden Angeboten steht einem Wechsel aber sicherlich nichts im Weg.