Der FCH bei "Youtube"

"The Miracle Story": Wie der 1. FC Heidenheim dank Videomachern international bekannt wird

Lange galt der 1. FC Heidenheim im internationalen Fußball als ein Verein, den nur die Experten wirklich kannten. Mit dem Aufstieg in die Bundesliga sorgte der FCH aber nicht nur in Deutschland für Aufsehen. Noch bekannter wurde die Erfolgsgeschichte der Schmidt-Elf dank dieser drei Videos auf der Plattform Youtube.

Ist der 1. FC Heidenheim reif für Europa? Dieser Frage mussten sich Trainer Frank Schmidt und Co. nach dem 2:1-Erfolg bei Werder Bremen des Öfteren stellen. Beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze derzeit komfortable elf Punkte, ist der siebte Rang – der wohl zur Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb berechtigt – nur einen Zähler entfernt. Daraus könnte der Schluss gezogen werden: Europa ist nah. In den Winter-Trainingslagern in der Türkei und in Spanien hat der FCH selbst Jahr für Jahr auf europäischem Terrain geschnuppert. Einige internationale Klubs haben schon einmal in Heidenheim zum Saisonauftakt vorbeigeschaut und einen Eindruck von dem Verein vom Schlossberg bekommen. Neben Stade Rennes, Hellas Verona und dem FC St. Gallen war 2019 der FC Middlesbrough 2019 Gegner im letzten Testspiel vor dem Ligastart. Welchen Eindruck die Engländer von der Ostalb mit ins Mutterland des Fußballs genommen haben, ist nicht bekannt. Eine innige Fanfreundschaft zwischen beiden Vereinen ist zumindest nicht entstanden und Heidenheim ist im Vereinigten Königreich weiterhin nur den absoluten Fußball-Experten ein Begriff geblieben.

"The Athletic" beleuchtet die Geschichte des 1. FC Heidenheim

Doch das hat sich mittlerweile grundlegend geändert, mit dem märchenhaften Aufstieg ist der FCH mehrfach in den internationalen Schlagzeilen aufgetaucht. Die überzeugenden Leistungen im Saisonverlauf lockten auch die internationale Presse nach Heidenheim. So schaute der Sportjournalist Sebastian Stafford-Bloor von „The Athletic“ im November bei einem Spiel an der Brenz vorbei und betitelte seinen Artikel mit „Heidenheim: The little club on the hill bloodying the noses of Bundesliga’s big boys“.

Der kleine Klub vom Berg, der den großen Jungs in der Bundesliga blutige Nasen verpasst, regte bei dem Sportportal, das seit 2022 zur „New York Times“ gehört und dort seit 2023 die Sportsparte abdeckt, ein derart großes Interesse, dass auf den Artikel im Dezember eine Kurzdokumentation folgte. In dem Video zeigt „Tifo Football“, das „The Athletic“ anhängig ist, mit vielen Details und Fakten die Erfolgsgeschichte und die Eigenheiten des Erstligisten auf.

175.000 Aufrufe des englischen Erklärvideos über den FCH in zweieinhalb Monaten

Der Werdegang von Trainer Frank Schmidt, der Stadionbau, die Philosophie des Vereins bis zum Weg in die Bundesliga werden in sechseinhalb Minuten in animierter und bildlicher Form liebevoll aufgezeigt und bieten einen sehenswerten Schnelldurchlauf durch die Geschichte des FCH. Der Titel des Videos bestätigt das langanhaltende Schattendasein des Aufsteigers im Bewusstsein der internationalen Fußball-Fans. Auf der Videoplattform Youtube trägt die Doku den Namen „The Miracle Story of the German Club You’ve Never Heard Of“. Die wundersame Geschichte des deutschen Klubs, von dem zuvor man noch nicht gehört hat, haben im englischsprachigen Raum innerhalb der vergangenen zweieinhalb Monate rund 175.000 Zuschauerinnen und Zuschauer kennengelernt. So viele Nutzer haben das Video auf der Plattform abgerufen und wissen nun über den FCH und Heidenheim Bescheid.

Live-Reportage vom Saisonfinale des 1. FC Heidenheim in Regensburg

Doch nicht den Fachmedien haben sich der Schmidt-Elf gewidmet: Zwei Fußball-Influencer blickten auf ihre eigenen Weisen auf die Heidenheimer. Das viertelstündige Erklär-Video „The German Luton Town“ des amerikanischen Youtubers Zealand Shannon, der sich in seinen Clips hauptsächlich mit Fußballmanager-Videospielen beschäftigt, wurde 325.000 Mal angeschaut. Die Live-Reportage der englischen Video-Bloggerin Nieve Petruzziello mit Mitschnitten vom Saisonfinale des FCH in Regensburg erhielt 194.000 Aufrufe.

Sollte der FCH mit dem Einzug in den Europapokal Mitte Mai die „Miracle Story“ tatsächlich fortsetzen, wissen dank der drei Videos rund 700.000 weitere Fußballfans, wer da bald international spielt.

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