Was für ein Auftritt: „Da haben wir das Ding gewonnen.“ Mit diesen Worten und einem großen Lächeln kam Tim Kleindienst am Montagmorgen auf dem Gelände seines Vereins Borussia Mönchengladbach an. Der Aufstiegsheld des 1. FC Heidenheim (83 Tore und 23 Vorlagen in 172 Einsätzen) hatte die Nacht zum Tag gemacht – und sich den 60. Super Bowl angeschaut. Im Finale der US-amerikanischen Football-Liga (NFL) trafen in der Nacht auf Montag in Santa Clara die New England Patriots und die Seattle Seahawks aufeinander.
Ein Spiel, das auch Heidenheimer Fans elektrisierte: Im Kino-Center schauten die Footballer der Ostalb Highlanders und Hellenstein Rascals gemeinsam, keinen Film, sondern das sportliche Spektakel. Der Super Bowl ist jedes Jahr das Highlight in der NFL-Saison. Kaum ein anderes Sportevent zieht so viele Zuschauer an. Nach knapp vier Stunden gelang den Seahawks die Revanche für die Finalniederlage von 2015.

Um für das leibliche Wohl aller Football-Fans im Kino-Center und im Landkreis zu sorgen, haben sich die Ostalb Highlanders etwas einfallen lassen: Sie organisierten einen Burgerstand, der den ganzen Tag vor dem Kino-Center Burger brutzelte. Wer keine Zeit hatte, vorbeizukommen, konnte sich sein Essen bis kurz vor Spielbeginn auch einfach liefern lassen.
Statt eines normalen Lieferdienstes kamen dann die Highlands-Spieler in voller Spielmontur vorbei und versorgten hungrige Heidenheimer Football-Fans mit Burgern, Kartoffel-Wedges und Getränken. Und der Andrang war groß. Bereits um 21.30 Uhr waren, laut Jan Casper, dem Vorsitzenden der Highlanders, alle Burger verkauft.
Ungefähr 100 begeisterte Fans verfolgten das Spektakel im größten Kinosaal. Dabei waren neben den Mitgliedern der beiden Heidenheimer Vereine auch außenstehende Football-Fans, die sich dieses Event nicht entgehen lassen wollten. Trotz der wenigen Wow-Momente im Verlauf des Spiels war die Stimmung, laut Simon Wannenwetsch, sehr gut und locker.
Der Rascals-Trainer beschreibt es als gelungenes Event. Neben der im Internet stark diskutierten Halbzeit-Show von Grammy-Gewinner Bad Bunny, die natürlich auch auf der Kinoleinwand verfolgt wurde, diskutierten und analysierten einige erfahrenere Football-Spieler Spielzüge, Taktiken und mögliche taktische Veränderungen der beiden Teams. „Als dann um ungefähr 4.30 Uhr der Schlusspfiff ertönte, war allerdings niemand mehr wirklich in Feierstimmung und alle wollten nur noch in ihr Bett, um am Montagmorgen nicht allzu fertig wieder zur Arbeit zu gehen“, erzählt Wannenwetsch. Er fügt aber auch an: „Es war für die Heidenheimer Football-Community ein gemütlicher Abend, den man nächstes Jahr wiederholen kann.“

Aber nicht nur die Heidenheimer Footballer haben den Super Bowl verfolgt. Auch zwei besondere Fußballprofis sind riesige Football-Fans: Neben Tim Kleindienst ist das auch Kevin Müller. Und nicht nur das: Die beiden Kumpels sind sogar Botschafter der Seattle Seahawks in Deutschland. Beide sind bereits seit vielen Jahren begeisterte Seahawks-Fans.
Und vor allem Müller, der beim 1. FC Heidenheim noch bis Sommer 2027 unter Vertrag steht, aber bis Saisonende an den Zweitligisten FC Schalke 04 ausgeliehen ist, zeigt seine Leidenschaft für Football sehr offen. Der 34-Jährige sah den Super Bowl, ähnlich wie die American Footballer aus Heidenheim, zusammen mit vielen anderen Fans – allerdings in Berlin. Für „Mü“ und für Kleindienst, hatte der Sieg „ihrer“ Mannschaft eine besondere Bedeutung. Und womöglich haben sie den Seahawks als Botschafter Glück gebracht …

