2. Liga / Thomas Grüninger Für manchen Ex-Heidenheimer verlief die Saison bisher enttäuschend: John Verhoek soll in Duisburg ein Wechsel nahegelegt worden sein, Philip Heise wurde in Dresden kurzzeitig suspendiert.

Mittwoch in einer Woche rollt auch in der 2. Liga wieder der Fußball. Während der 1. FC Heidenheim als Tabellensechster mit 30 Punkten schon ordentlich Boden gutgemacht hat, brennt andernorts der Baum.

Auch ehemalige Heidenheimer Spieler kämpfen mit ihren Vereinen um den Klassenerhalt und hoffen nach persönlichen Enttäuschungen, nun wieder positiv auf sich aufmerksam machen zu können. Vor allem John Verhoek und Philip Heise, zwei von aktuell neun ehemaligen FCH-Spielern in der 2. Liga, brauchen dringend Erfolgserlebnisse.

Mit der Empfehlung von zehn Saisontoren hatte sich Verhoek nach der vergangenen Spielzeit vom FCH zum Liga-Konkurrenten MSV Duisburg verabschiedet. Doch an der Ruhr kam der Niederländer bisher überhaupt nicht in die Gänge, stand nur sechs Mal in der Startelf und traf in der Liga noch kein einziges Mal. Im DFB-Pokal war er wenigstens einmal (in Bielefeld) erfolgreich – insgesamt zu wenig, um die hohen Erwartungen zu erfüllen. Angeblich soll ihm intern sogar schon ein Wechsel nahegelegt worden sein.

Lob von Lieberknecht

Doch der Trainer hält zum bislang verhinderten Torjäger. „Es gibt keinen Hauch, daran zu denken, ihn jetzt abzuschreiben“, zitierte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ Torsten Lieberknecht. Von einem „zielführenden Gespräch“ während der Winterpause ist die Rede und davon, dass Lieberknecht dem Niederländer seine ausdrückliche Wertschätzung versicherte: „Er ist im zwischenmenschlichen Bereich ein Bomben-Junge.“

Nachvollziehbar ist auf jeden Fall, dass ein Torjäger in neuer Umgebung meist eine gewisse Anlaufzeit benötigt, um auf Touren zu kommen. Zurecht wies Lieberknecht deshalb darauf hin, dass Verhoek auch bei früheren Klubs nicht gerade als Senkrechtstarter zündete. Im ersten Heidenheimer Jahr beispielsweise traf Verhoek fünf Mal. In der darauf folgenden Saison verdoppelte er seine Torausbeute, was ihn auch für andere Klubs interessant machte.

Bei den „Zebras“ hat Verhoek nun gleichermaßen Nachholbedarf. Seine angepeilte Aufholjagd muss er aber fürs erste verschieben. Zum Neustart der Duisburger kommenden Dienstag in Bochum ist er gelbgesperrt, zudem laboriert er an einer Oberschenkelverletzung.

Geduld ist also angesagt. Auch in Dresden. Dort bekam ein anderer Ex-Heidenheimer, Philip Heise, kurz vor Weihnachten von seinem Klub die Gelbe Karte gezeigt. Der gebürtige Düsseldorfer, der zwischen 2013 und 2015 das FCH-Trikot trug, wurde vor dem letzten Punktspiel der Dresdner im alten Jahr bis Jahresende freigestellt, durfte nicht mehr mit der Mannschaft, sondern nur noch individuell trainieren. Die Sachsen signalisierten Gesprächsbereitschaft, sollte Heise vorzeitig gehen wollen (sein aktueller Vertrag läuft bis Saisonende).

Trainer Maik Walpurgis begründete die Freistellung damit, dass augenblicklich „auch atmosphärisch viel auf dem Spiel“ stehe: „Bei Philip fehlt uns momentan die Überzeugung, dass er diese Aufgabe mit ganzer Kraft angeht.“

Gemunkelt wurde zuvor, dass es nach dem 0:3 der Dresdner in Paderborn zu einem Disput zwischen Walpurgis und Heise gekommen war. Der Trainer, über dessen Entlassung ebenfalls bereits spekuliert worden war, wollte wohl ein Zeichen setzen – und legte dann nur kurze Zeit später nach: Mit Aias Aosman wurde gleich noch ein Spieler kurzzeitig suspendiert.

Inzwischen hat Dynamo Dresden sein Trainingslager im türkischen Belek absolviert. Heise durfte mitreisen, wieder mit der Mannschaft trainieren und sogar in zwei Testspielen mitwirken (beim 2:1 gegen den FC Zürich und beim 0:1 gegen den FC Aarau). Das zeigt zweierlei: Heise ist noch nicht abgeschrieben, die Maßnahme erfolgte wohl vor allem aus pädagogischen Gründen. Denn Walpurgis hatte sich schon im Dezember überzeugt gezeigt, dass Heise in der Winterpause „wieder mit 100 Prozent attackieren“ werde.

Der offensivstarke Linksverteidiger kam in dieser Saison bislang 15 Mal zum Einsatz, erzielte ein Tor, blieb insgesamt aber hinter den Erwartungen zurück.

Leipertz: Warten aufs Comeback

Zukunft ungewiss: Das gilt auch für Robert Leipertz beim FC Ingolstadt. Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Gerüchte über eine Rückkehr zum 1. FC Heidenheim, doch Ingolstadt gab ihn nicht frei. Jetzt wären die „Schanzer“ bereit dazu, doch Leipertz verletzte sich, musste operiert werden. Wann er wieder einsatzfähig ist, weiß niemand. Die Transferverhandlungen gerieten ins Stocken.

Kurios dabei: Leipertz kam in Ingolstadt lange Zeit überhaupt nicht zum Zug. Zuletzt, unter Neu-Trainer Jens Keller, gehörte er aber dreimal hintereinander der Startelf an, bereitete auch ein Tor vor. Danach wurde von den Ingolstädtern aber – wie es schön heißt – freigestellt.

Am kommenden Mittwoch gegen Holstein Kiel: Wiedersehen mit Hauke Wahl

Immer wieder kommt es in der 2. Liga in Spielen des FCH zu einem Wiedersehen mit einem früheren Heidenheimer. So auch kommenden Mittwoch gegen Holstein Kiel (20.30 Uhr), wo Hauke Wahl (2017 ein halbes Jahr beim FCH) in dieser Saison bislang alle 18 Spiele komplett absolvierte.

Gut lief es bisher auch bei David Atanga. Der Ghanaer kam 2016 in Heidenheim nur auf insgesamt vier Zweitliga-Einsätze. Im bisherigen Saisonverlauf trug er hingegen bei der SpVgg Greuther Fürth bereits 17 Mal deren Trikot, erzielte dabei ein Tor und bereitete vier weitere vor.

In Bielefeld konnte Andreas Voglsammer (vier Tore) bislang nicht ganz an seine starke Vorsaison anknüpfen, in der er mit 13 Treffern zu den Toptorjägern zählte. Philipp Riese (13 Spiele, 1 Tor) ist in Aue eine gewisse Konstante, weshalb sein Vertrag auch bis 2020 verlängert wurde.

Beim Aufsteiger FC Magdeburg bekleidet Mittelfeldspieler Richard Weil (13 Einsätze) meist die Jokerrolle. Ähnlich läuft es für den inzwischen 30-jährigen Abwehrspieler Sandro Sirigu, der bei Darmstadt 98 im bisherigen Saisonverlauf ebenfalls zu 13 Einsätzen kam.