Heidenheim/Österreich / Nadine Rau Frieder Hakenjos nimmt für den FCH weite Wege auf sich – und das fast jedes Wochenende.

Es ist nicht sehr geschickt, von Heidenheim nach Österreich zu ziehen, wenn man doch riesiger FCH-Fan ist. Doch Frieder Hakenjos hat es wegen Frau und Beruf nach Vöcklabruck in Oberösterreich verschlagen, etwa vier Autostunden von Heidenheim entfernt. Die Spiele möchte er trotzdem nicht missen – daher fährt der 35-Jährige nach wie vor jedes Wochenende zu den Spielen. Ob daheim oder auswärts, spielt dabei keine Rolle.

Ein Heimspiel ist für ihn das Trainingslager des FCH geworden, das im österreichischen Aigen stattfindet. Zur Abwechslung muss Hakenjos in dieser Woche des Jahres nicht ganz so weit fahren, um seine Mannschaft zu sehen. „Die spielerische Entwicklung aller FCHler ist klasse, das macht mich stolz“, sagt er am Trainingsplatz, während sein einjähriger Sohn in Richtung Rasen robbt.

Für Hakenjos ist der Heidenheimer Fußball schon immer wichtig gewesen, er sei zu Verbandsliga-Zeiten auch im Albstadion gewesen und habe angefeuert. Gerne erinnert er sich noch an sein erstes Trikot, das er einst von Sandro Sirigu (heute bei SV Darmstadt) bekommen hat. Heute nehme er immer mal wieder Freunde aus Österreich mit zu den Spielen, im Trainingslager steht er mit den Mitgliedern des Fanclubs Fußballmania an der Seitenlinie. „Wir haben uns in Düsseldorf kennengelernt“, erzählen sie. Der Heidenheimer Fanclub sei damals mit Clown-Kostüms unterwegs, Hakenjos sei als Brokkoli verkleidet gewesen. „Seitdem heißt er für uns nur noch Brokkoli“, scherzen die Fans.

Wenn Hakenjos nicht gerade als Brokkoli herumläuft, sondern in seinem Auto herumfährt, erkennt man seine Liebe zum FCH auch am Kennzeichen. „Das war das erste, worum ich mich nach meinem Umzug nach Österreich gekümmert habe“, erzählt der Sozialpädagoge lachend. Seit 2008 lebt er in dem Nachbarland, seither musste schon das dritte Auto her. „Ich fahre einfach so viel“, sagt Hakenjos, der für die vielen langen Strecken auf Erdgas setzt.

Einen positiven Nebeneffekt für jemand ganz anderen als den FCH hat die ganze Fahrerei übrigens noch: „Ich verknüpfe das immer damit, meine Eltern in Heidenheim zu sehen. Wir gehen dann zusammen in den Block“, verrät der 35-Jährige. Horst und Sieglinde Hakenjos also dürften über den Fußballeifer ihres Sohnes besonders glücklich sein.