Der Traum ist geplatzt: Die Aufstiegshoffnungen in die Premier League sind für Ex-FCH-Profi Leo Scienza und seinen neuen Verein, den FC Southampton, vorbei. Eigentlich hätte der Absteiger der Vorsaison im Play-off-Finale an diesem Samstag, 23. Mai, gegen Hull City um eine Rückkehr in die Erstklassigkeit gespielt. Zu Wochenbeginn machte aber die zuständige English Football League (EFL) bekannt, dass der Verein von der südenglischen Küste vom Aufstiegsendspiel ausgeschlossen wurde. Der FC Southampton hatte gegen eine Vorgabe verstoßen, die die Beobachtung von Trainingseinheiten des Gegners bis 72 Stunden vor dem Spiel verbietet.

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Vor dem Play-off-Halbfinale gegen den FC Middlesbrough hatte ein Vertreter der „Saints“, wie die Southamptoner genannt werden, eine Einheit des Gegners gefilmt. Eine unabhängige Kommission befand den FC Southampton, der das Halbfinale mit 2:1 gewonnen hatte, der Gegner-Spionage für schuldig. Der Verein räumte das Vergehen ein und entschuldigte sich dafür. Neben dem Ausschluss vom Finale werden dem Vierten der regulären Saison in der kommenden Spielzeit vier Punkte abgezogen.
Interesse an Scienza aus der Premier League und der Serie A
Ein Hintertürchen blieb aber noch: Der Verein legte Einspruch wegen der Unverhältnismäßigkeit der Bestrafung gegen den Ausschluss ein. Dieser wurde am Mittwoch von der EFL geprüft und am späten Abend abgewiesen. Der Verein äußerte sich kurz darauf: „Dies ist ein äußerst enttäuschendes Ergebnis für alle, die mit dem Southampton Football Club verbunden sind“, heißt es in einer Stellungnahme. „Wir entschuldigen uns nochmals bei allen Betroffenen.“
Für Leo Scienza gibt es einen weiteren Weg in die erste Liga. Der offensive Mittelfeldspieler soll das Interesse einiger Premier-League-Klubs geweckt haben und könnte trotz des Finalausschlusses in der neuen Saison erstklassig spielen. Laut „Sky“ haben der frischgebackene Europa-League-Sieger Aston Villa und Tottenham Hotspur ihre Fühler nach dem 27-Jährigen ausgestreckt. Auch beim AS Rom und Atalanta Bergamo aus der italienischen Serie A soll Scienza ein Thema sein, eine mögliche Ablösesumme wird auf satte 30 Millionen Euro beziffert. Durch den verpassten Aufstieg ist ein Abschied aus Southampton deutlich wahrscheinlicher geworden.
Von einem Wechsel würde auch der FCH profitieren. Beim Abgang des Brasilianers nach England hat sich der Bundesliga-Absteiger eine Weiterverkaufsbeteiligung gesichert – die im Fall eines Transfers frisches Geld für Investitionen in neue Spieler bringen könnte.

