Nach den Abgängen von Frans Krätzig und Norman Theuerkauf stand beim FCH mit Jonas Föhrenbach nominell nur noch ein Spieler für die linke Abwehrseite zur Verfügung. Die Verantwortlichen betonten dann auch immer wieder, dass für diese Position noch jemand gesucht wird. Einige Verhandlungen zerschlugen sich, aber nun präsentiert der Verein mit Leart Paçarada einen erfahrenen Akteur.
Schmidt: Wir kennen ihn aus vielen Duellen
Darüber freut sich auch Frank Schmidt, der den neuen Mann am Mittwoch das erste Mal traf. „Da war noch keine Entscheidung getroffen, dann ging aber dann alles sehr schnell“, berichtet der FCH-Trainer und verspricht sich einiges von dem Last-Minute-Zugang. „Ich bin sehr froh, dass das geklappt hat. Wir kennen ihn aus vielen Duellen, sein Offensivspiel, seine Qualität bei Flanken, seine Standardstärke. Aber auch in der Defensive hat er gezeigt, dass er uns helfen kann“, sagt Schmidt und geht davon aus, dass Paçarada die Mannschaft nicht zuletzt mit seiner Erfahrung weiterbringen kann.
Der Spieler mit deutscher und albanischer Staatsbürgerschaft wurde in Aachen geboren, begann seine Karriere bei Werder Bremen und spielte dann in der Jugend von Bayer Leverkusen. Weitere Stationen waren Sandhausen und St. Pauli – in diesen Jahren traf Paçarada auch des Öfteren auf den FCH. Seit 2023 spielte er für den 1. FC Köln, sein Vertrag bei den Rheinländern wäre noch bis zum 1. Juli 2026 gelaufen.
In verschiedenen Nationalteams
Paçarada lief zunächst für die U16 und U17 des Deutschen Fußballbundes auf, dann für die albanische U-21-Auswahl, ehe er 2014 sein Debüt für die Nationalmannschaft des Kosovo gab, für die er bisher 27 Partien bestritt. Insgesamt absolvierte er 278 Zweit- und 17 Erstligaspiele sowie 21 Begegnungen im DFB-Pokal, erzielte dabei als Defensivmann elf Tore und lieferte 50 Vorlagen.
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Leart Paçarada einen erfahrenen Spieler für unsere Mannschaft hinzugewinnen konnten, der sowohl beim SV Sandhausen als auch beim FC St. Pauli und zuletzt beim 1. FC Köln seine Qualitäten als absoluter Leistungsträger stets unter Beweis gestellt hat“, erklärt der FCH-Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald zur Neuverpflichtung und fügt hinzu: „Mit Leart werden wir die Lücke, die nach dem Abgang von Frans Krätzig entstanden ist, jetzt schließen“.
„Habe große Lust, sofort loszulegen“
Der Spieler äußerst sich folgendermaßen: „Die Gespräche mit Holger Sanwald und Frank Schmidt waren sehr gut, sodass mir die Entscheidung sehr leichtfiel. Ich bin froh, dass es so schnell mit diesem Wechsel geklappt hat und freue mich riesig auf die neue Herausforderung. Mit meiner Erfahrung und meiner Mentalität möchte ich dazu beitragen, dass wir gemeinsam unser großes Ziel Klassenerhalt erreichen werden. Ich habe große Lust, sofort loszulegen und mich schnell in der Mannschaft einzubringen.“
Damit könnte er auch die vergangenen Monate hinter sich lassen, die für den 30-Jährigen nicht so erfreulich verliefen. 2024 war Paçarada mit den Kölnern aus der Bundesliga abgestiegen (17 Einsätze), im Jahr darauf (31 Einsätze) hatte er seinen Anteil am direkten Wiederaufstieg. Der neue FC-Trainer Lukas Kwasniok setzte jedoch nicht auf ihn. Der Verein holte zwei neue Linksverteidiger, Paçarada trainierte zuletzt nicht mehr mit der Mannschaft, und war beim Saisonauftakt der Kölner nicht im Kader.
Sein Marktwert lag zuletzt laut „transfermarkt.de“ bei 1,5 Millionen Euro. Ob der FCH eine Ablösesumme bezahlt hat, wurde nicht bekannt gegeben. Allzu hoch dürfte diese aber nicht gewesen sein, da Köln laut dem Fachmagazin „Kicker“ zuletzt selbst einen „Abnehmer“ für Paçarada gesucht hat.
Theoretisch könnte Paçarada am Samstag schon spielen, sehr wahrscheinlich ist das aber nicht. Er kam erst in der Nacht zum Donnerstag wieder nach Heidenheim und nimmt am Freitag erstmals am Mannschaftstraining teil. In Leipzig dabei sein, wird er aber auf jeden Fall.