Heidenheim / hz Leserbrief zum FCH-Heimspiel gegen VfL Bochum

Enttäuscht von der miesen Vorstellung gegen den VfL Bochum schreibe ich gleich am Sonntagabend diesen Leserbrief. Ich komme aus einem Nachbarkreis und bin FCH-Dauerkarteninhaber der ersten Stunde. Voller Begeisterung und Euphorie haben wir die ersten Jahre in der zweiten Liga gefeiert. Der FC Nürnberg wurde damals gleich mal abgeschossen und der heutige Gegner Bochum hatte innerhalb von 30 Minuten durch Niederlechner und Schnatterer schon drei Dinger im Netz.

Was will ich damit sagen? In der nunmehr sechsten Saison ist so was wie Routine, sogar Langeweile eingekehrt. Enttäuschend für mich sind auch die Zuschauerzahlen. Letztens zweimal 10 800, heute 10 300, so die Resonanz in der 15 000 Leute fassenden Arena. Das kann nicht der Anspruch sein für die 2. Liga mit null Konkurrenz weit und breit.

Nach dem Bochumer Spiel bin ich im Nieselregen einmal ums Stadion gelaufen. Zumal ich ja auch das alte Albstadion noch kenne. Auf dem Platz wurden drei Punkte hergegeben, hinten im VIP-Bereich tobte noch der Bär. Wenn das der Anspruch sein sollte – immer noch mehr VIPs, Sponsoren, Veranstaltungen und Buhei – kann man nur zur Vorsicht warnen.

Denn nicht nur Leute wie ich und meine Nebensitzer kommen wegen des Sports und wollen einen gescheiten Fußball sehen. Was mich auch nervt, ist, dass regelmäßig ab Platz 5 das Kicken eingestellt und verloren wird. Deshalb sollten Sanwald und Verantwortliche mal erklären, wo es hingehen soll.

Vielleicht sollten sie auch nicht nur frustrierte 22-jährige Drittligakicker verpflichten, sondern mal an den erfahrenen 28-jährigen Zweit- oder gar Erstligaspieler denken.

Ich befürchte auch, dass die Angestellten Kleindienst, Leipertz oder Dorsch unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen bald wieder weg sind.

Zum Schluss ein Gedanke, man möge ihn kaum aussprechen, denn irgendwie hat man den Eindruck, dass die gegnerischen Trainer die immer gleiche Schmidt'sche taktische Aufstellung durchschaut haben und erfolgreich dagegenhalten.

Uli Stöckle, Albershausen (Kreis Göppingen)