Heidenheim / HZ Leserbrief zur Spielpause des FCH und der Heideköpfe wegen der Corona-Pandemie.

Zur Spielpause des FCH („Ruhepause auf dem Schlossberg“, HZ vom 18. März 2020)

Als Bewohner der Reutenen (Bereich Heilbronnerstrasse) bin ich im Moment nicht unglücklich über die Spielpause. Was für manche unverständlich erscheinen mag, ist für uns eine Wohltat. Für die Bewohner der unmittelbaren Nähe der Spielfelder und des Stadions bedeutet die Spielpause wegen Corona, endlich wieder genügend Parkplätze in den Straßen zu haben, endlich mal keinen Lärm aus den Lautsprechern des Stadions ertragen zu müssen und endlich mal keine Fans zu sehen, die ihre Notdurft in den umliegenden Gärten und Einfahrten verrichten und einen anpöbeln, wenn man sie darauf anspricht. Endlich kann man am Sonntagmorgen in Ruhe aufwachen und muss keinen Discolärm (Ja, ich spreche von einem voll aufgedrehten Regler der Anlage) ab 9 Uhr vom Kunstrasenplatz hören, mit dem sonst ein paar Herren bespaßt werden.

Wenn das vorüber ist oder der FCH ein Auswärtsspiel bestreitet, blasen die Heideköpfe zum Angriff. Die Trompetensolos sind legendär, egal ob Freitag oder Samstagabend bis teilweise um 23 Uhr oder den ganzen Sonntagnachmittag.

Was andere für sich einfordern, nämlich ein ruhiges Wochenende oder zumindest einen ruhigen Sonntag, gibt es hier schon lange nicht mehr.

All das sind Gründe, warum sich nicht alle Einwohner Heidenheims über die Spielpause auf dem Schlossberg ärgern oder diese bedauern. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich eine Bürgerinitiative findet und gegen diesen Lärm angeht. Auch mal an andere denken und nicht nur ans eigene Vergnügen, das wäre schön.

Jörg Zylla, Heidenheim