Heidenhem / Thomas Grüninger Torhüter Kevin Müller patzt beim 0:1 und hält dann nach der Pause mehrfach bravourös.

Seinen 28. Geburtstag feierte gestern Heidenheims Torhüter Kevin Müller. Aber nach der ersten Halbzeit schien dem sonst so zuverlässigen Schlussmann die Feierlaune restlos verdorben.

Einen nicht einmal sonderlich scharfen Schuss von Akaki Gogia hielt Müller nicht fest, Robert Zulj war zur Stelle und staubte ab. „Wahrscheinlich habe ich einen Moment zu lange überlegt, wie ich den Ball nehmen soll. Dann rutscht er mir durch die Hände ins Gesicht durch“, schilderte der Torhüter die Situation, die er erst einmal verdauen musste.

Gut getan hat ihm die Unterstützung aus dem Heidenheimer Fanblock, wo Kevin-Müller-Rufe dafür sorgten, dass der Pechvogel schnell wieder den Kopf oben hatte: „Natürlich freut mich so eine Wertschätzung. Wenn man so eine Rückendeckung bekommt, das hilft in dem Moment schon.“

In der Halbzeitpause hörte Müller keine Vorwürfe – im Gegenteil. „Er hat uns schon so oft das Spiel gerettet, da darf er auch mal einen Fehler machen“, sagte Marnon Busch. „Natürlich freut es mich sehr, dass mein Fehler für uns am Ende nicht zum Verhängnis wurde“, bekannte Müller, der im zweiten Abschnitt noch ein paar Mal sein Können unter Beweis stellen konnte.

In der 84. Minute beispielsweise hatte Union Berlin gleich mehrmals hintereinander die Möglichkeit, den Ball über die Linie zu bugsieren. Am Ende hatte ihn Müller unter sich begraben. Zuvor war es Marnon Busch, der sich waghalsig dazwischen warf und die Kugel mit beiden Beinen umklammerte. „Da habe ich einfach meinen Kadaver reingestellt“, schilderte der Verteidiger die Situation augenzwinkernd.

Auch Innenverteidiger Timo Beermann war ein zuverlässiger Turm im Abwehrzentrum. „Wahnsinn, wie wir in die zweite Halbzeit gekommen sind. Es war ein geiles Spiel. Dieser Sieg tut uns sehr gut“, meinte er.