Nicht nur eine Mannschaft betreuen – sondern auch reden: In Pressekonferenzen dürfen Trainer in der Regel erzählen, warum bei einem Verein etwas gut oder schlecht läuft. Dies ist im Fall des 1. FC Heidenheim nicht anders. Als Trainer des aktuell Tabellenletzten der Bundesliga erklärte Frank Schmidt vor dem Spiel beim VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr) zum Beispiel, dass er gerade mit seinen Spielern viele Gespräche führe. Taktisch wolle er „gar nicht so viel herumdoktern“, weil dies das Team womöglich noch mehr verunsichern könnte, so der FCH-Trainer. Für das Spiel in Wolfsburg wünsche er sich mehr Klarheit im Offensivspiel und mehr Zug zum Tor.
Rhetorisch legte der 52-Jährige vor und äußerte den Wunsch, „dass wir vielleicht genau jetzt in dem Spiel, in dem uns viele gedanklich schon im Vorfeld beerdigen, auferstehen“. Eine fromme Formulierung, die einen Aha-Effekt haben könnte – und zumindest den Schlusspunkt der Pressekonferenz markierte. Der einhellige Tenor der Journalisten lautete: Was kann man jetzt noch fragen?
Die Formulierung hat dabei so gar nichts mit Religion zu tun. Vielmehr wird dieses Bild im Fußball in Bezug auf eine sportliche Krise und das danach erfolgte Comeback gerne verwendet, von Kickern und Medien gleichermaßen. So gibt es Schlagzeilen wie „Preußen feiern Auferstehung“ (gemeint ist Preußen Münster) oder „Union feiert seine Auferstehung“ (gemeint ist Union Berlin, damals in der 2. Liga, allerdings im Aufstiegskampf). Der Ausspruch von Kevin-Prince Boateng, „Totgeglaubte leben länger“, nach dem geglückten Klassenerhalt mit Hertha BSC im letzten Saisonspiel, wurde einst sogar bei der Deutschen Akademie für Fußballkultur als Spruch der Jahres 2022 eingereicht.
Ob der 1. FC Heidenheim in Wolfsburg, bildlich gesprochen, dem Tod von der Schippe springen kann, lässt sich noch nicht sagen. Auf die nächste Pressekonferenz mit Frank Schmidt darf man sich aber schon freuen...

