Zum Ende eines ebenso intensiven wie erfolgreichen Fußballjahres 2022 haben die Heidenheimer Fußballer am Samstag den SSV Jahn Regensburg zu Gast, danach geht es in die lange Winterpause. Schon jetzt verbuchte der FCH mit 30 Punkten die erfolgreichste Hinrunde seiner Zweitligageschichte, mit einem Sieg gegen die Oberpfälzer könnte die Mannschaft das Konto sogar auf 33 Zähler ausbauen.

Beim Blick auf die Tabelle scheint da viel dafür zu sprechen. Der 1. FC Heidenheim steht aktuell auf dem Relegationsplatz und hat nur einen Punkt Rückstand auf den Tabellenzweiten Hamburger SV, stellt mit 16 Gegentoren die zweitbeste Abwehr der gesamten Liga und mit 28 eigenen Treffern mittlerweile die drittbeste Offensive. Regensburg hat als Tabellenzehnter nur drei Zähler mehr als der Vorletzte, kassierte schon 25 Tore und schoss selbst erst 16 – da haben nur die Nürnberger (14) weniger auf dem Konto.

Extrem ausgeglichene Liga

Allerdings: So wenig wie es in dieser Saison absolute Spitzenmannschaften in der 2. Liga gibt, so wenig gibt es auch ein Team, das von der Leistung her klar abfällt. Im Grunde ist jedes Spiel offen, das galt schon in den vergangenen Jahren, in dieser Saison aber noch mehr.

Auch Regensburg stellte immer wieder seine Augenhöhe unter Beweis, schlug beispielsweise zum Saisonauftakt die jetzt schon als Herbstmeister feststehenden Darmstädter, gewann jeweils 3:0 in Bielefeld und Kaiserslautern und hielt sich auch vergangenes Wochenende trotz einer 1:3-Niederlage beim HSV lange Zeit gut.

Unter der Woche gab es dann ein etwas enttäuschendes 1:1 gegen Braunschweig, dies aber mit klaren Chancenplus. Nach dem unerwartet starken Start mit zwei Siegen in der Liga und dem Sieg im DFB-Pokal über Bundesligist 1. FC Köln hatte der Jahn eine schwere Phase, blieb sechs Spiele ohne Sieg (vier Niederlagen, zwei Unentschieden) und ohne Tore (0:14 Treffer).

Aber auch da blieb man ruhig, hielt an Trainer Mersad Selimbegovic fest. Und so rappelten sich die Ostbayern wieder auf, haben nun die Chance, sich mit einem Sieg in Heidenheim etwas Luft zu verschaffen. Dabei setzt der SSV vor allem auf seinen dänischen Stürmer: Andreas Albers ragt mit seinen sechs Treffern klar heraus.

Regensburg berappelt sich

FCH-Trainer Frank Schmidt lobt auch die Kompaktheit und Kampfkraft des Gegners und sagt: „Wir werden definitiv noch mal ans Limit gehen müssen.“ Die Gesamtbilanz der Heidenheimer gegen Regensburg ist immer noch negativ (6 Siege, 6 Unentschieden, 7 Niederlage), von den letzten fünf Begegnungen gegen die Oberpfälzer gewann der FCH aber vier und spielte einmal remis.

Personell kann Schmidt am Samstag quasi aus dem Vollen schöpfen, nur Elidon Qenaj muss mit seiner Knieverletzung definitiv passen. Jan Schöppner ist wieder im Training, wahrscheinlich kommt ein Einsatz von Beginn an aber noch zu früh, Marnon Busch bekam am Mittwoch in Sandhausen einen Pferdekuss ab, sollte jedoch spielen können. Den ein oder anderen Wechsel könnte Schmidt aufgrund der Belastungen der vergangenen Wochen dennoch vornehmen, beispielsweise Denis Thomalla wieder in die Startelf nehmen.

Personell sieht‘s gut aus

Für die, die am Samstag auflaufen gilt im letzten Pflichtspiel des Jahres sicher die Devise: Nochmals alles raushauen. Aber das gelte ja ohnehin immer, sagt Schmidt. Rang drei sollte der FCH bei drei Punkten Vorsprung und dem um fünf Treffer besseren Torverhältnis gegenüber Hannover verteidigen können, wenn der HSV gegen Sandhausen patzt, ist sogar das Überwintern auf einem direkten Aufstiegsplatz möglich.