Angerannt. Alles gegeben. Sich verausgabt. Und am Ende wieder mal als Verlierer vom Platz gegangen. Nach dem 0:2 des 1. FC Heidenheim gegen den Hamburger SV machte Marnon Busch aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Der 31-Jährige ist schon sehr lange Fußballprofi, gewährte aber einen kleinen Einblick in seine Gefühlswelt. „Es ist Wahnsinn, wie schnell und einfach wir aktuell Gegentore bekommen. Wir sind im Angriff, verlieren den Ball vorne. Das ist viel zu einfach“, sagte Busch zum 0:1 (45.+3). „Da müssen gerade wir hinten, aber auch als Mannschaft, dran arbeiten.“

Der 1. FC Heidenheim verliert 0:2 gegen den Hamburger SV
Zugleich läuft’s beim FCH vorne nicht: „Wenn man heute wieder sieht, wie viele Chancen wir haben“, erklärte Busch im Hinblick auf die vergebenen Tormöglichkeiten. „Sinnbildlich war für mich: Es kommt ein Querpass, wir treten über den Ball im Sechzehner. So einfach, wie wir Gegentore kriegen, umso schwerer ist es, dass wir vorne mal Tore schießen“, sagte der Rechtsverteidiger über die sehr gute Chance von Budu Zivzivadze in der 78. Minute. „Da müssen wir ehrlich sein. So wird es schwierig, ein Spiel zu gewinnen“, so Busch.
Dabei sei der FCH drauf und dran gewesen, den Ausgleich zu machen. Aber: „Das Scheißding wollte nicht rein“, wählte Busch eine derbe Bezeichnung für den Ball. Auch, weil der HSV mit Daniel Heuer Fernandes einen überragenden Torhüter in seinen Reihen hatte, wie Hamburgs Trainer Merlin Polzin erklärte.
Gerade jetzt motivierende Worte zu finden, fällt mir schwer. Da brauche ich einen Tag.
Marnon Busch, Abwehrspieler des 1. FC Heidenheim
Marnon Busch wiederum sagte aber auch: „Ich glaube, da spricht so ein bisschen die Frustration nach dem Spiel aus mir. Gerade jetzt motivierende Worte zu finden, fällt mir schwer. Da brauche ich einen Tag.“ Und weiter: „Jetzt grad tut’s weh, aber morgen, aller spätestens übermorgen ist es auch wieder okay.“
Doch was macht Busch Mut? „Ich bin jeden Tag in der Kabine, arbeite mit den Jungs. Ich weiß, dass da keiner aufgeben wird. Egal, wie oft es in die Fresse gibt diese Saison. Es geht immer weiter“, blickte er bereits aufs kommende Spiel beim FC Augsburg am Sonntag, 15. Februar (15.30 Uhr).


