Heidenheim / Thomas Grüninger Kehrt Sebastian Griesbeck gegen Dresden ins FCH-Team zurück? Frank Schmidt ärgert sich über Äußerungen zur zweiten Halbzeit gegen Kiel.

Anderer Gegner – anderes Spiel: Dynamo Dresden wird den Heidenheimer Zweitliga-Fußballern am Samstag (13 Uhr, Voith-Arena) wohl kaum auf dieselbe Weise begegnen, wie das die spielstarken Kieler am Mittwoch beim 2:2 taten. „Wir müssen mehr fürs Spiel tun, und wir wollen es auch“, sagte Frank Schmidt, nachdem sein Team den „Störchen“ vornehmlich im zweiten Durchgang zu sehr den Ball überlassen hatte. Dass er sich in dieser Phase „mehr Entlastung gewünscht“ hätte, ließ der Heidenheimer Trainer nicht unerwähnt.

Man habe dies auch per Videoanalyse gründlich besprochen. Es gab zu wenige Balleroberungen im Mittelfeld, „und wenn wir den Ball hatten, sind wir oft nicht schnell genug nachgerückt“, sagte Schmidt. Allerdings hätten die spielstarken und ballsicheren Kieler auch ein Aufbauspiel aufgezogen, das derzeit kein anderer Zweitligist so praktiziere: „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal.“

In diesem Zusammenhang ärgerte sich Schmidt über Äußerungen aus dem Umfeld, die aus seiner Sicht deutlich übers Ziel hinaus schossen. „Was mir nach dem Spiel zu Ohren kam, war haarsträubend“, sagte der Trainer gestern. „Da gab es Themen wie Arbeitsverweigerung oder dass die Mannschaft so eingestellt gewesen sei, dass sie gar nicht gewinnen wollte.“ Wenn man den Zeitraum der letzten zwölf Spieltage betrachte, würde der FCH auf Platz zwei der Tabelle stehen. Da sei es schon erstaunlich, dass man sich jetzt nach einem Spiel solchen Vorwürfen ausgesetzt sehe.

Am Samstag gegen Dresden werden sich die Verhältnisse „definitiv ändern“, zeigte sich der Trainer überzeugt. Sein Team werde gegen die Sachsen deutlich mehr Ballbesitz benötigen. Die Heidenheimer treffen auf einen Gegner, „der sicherlich etwas angeschlagen ist“, mutmaßte Schmidt.

Am Mittwochabend mussten sich die Dynamos der Bielefelder Arminia mit 3:4 geschlagen geben – nach einer 3:1-Halbzeitführung. „So etwas muss man erst einmal aus den Kleidern schütteln“, zeigte sich der FCH-Trainer überzeugt.

Gegen Dresden ist der erste Sieg der Heidenheimer im Jahr 2019 jedenfalls fest anvisiert. „Dann hätten wir vier Punkte aus den ersten beiden Spielen. Das wäre ein Erfolg. Wir sind positiv gestimmt und glauben, dass uns das gelingen kann.“

Nikola Dovedan ist nach Absitzen seiner Gelbsperre wieder spielberechtigt. Nachdem die Stürmer Robert Glatzel und Denis Thomalla gegen Kiel jeweils trafen, darf man gespannt sein, welche Offensiv-Variante Schmidt wählen wird. Thomalla beklagte zwar (genauso wie Niklas Dorsch) am Mittwoch muskuläre Probleme. Stehen aber alle Kräfte zur Verfügung, hat Schmidt im Sturm die Qual der Wahl.

„Nachdem es auch schon Phasen gab, in denen ich überlegte, meinen Co-Trainer wieder als Stürmer zu bringen, ist mir eine große Konkurrenzsituation viel lieber“, scherzte er: „Nebenbei bemerkt: Es könnten auch alle zusammen spielen.“

Vielleicht steht auch Sebastian Griesbeck gegen Dresden erstmals nach seinem Bänderriss wieder zur Verfügung. „Wenn nicht, rechne ich spätestens nächste Woche fest mit ihm“, sagte Schmidt. Am Dienstag geht's schließlich schon wieder weiter – mit dem DFB-Pokal-Achtelfinalspiel gegen Bayer Leverkusen (18.30 Uhr).

Kein Wiedersehen mit Philip Heise

Ein Wiedersehen mit dem Ex- Heidenheimer Philip Heise wird es heute nicht geben. Der Verteidiger wechselte kurz vor Wechselfrist-Ende von Dresden zum englischen Zweitligisten Norwich City. Dafür liehen die Sachsen den 20-jährigen Defensivspieler Dzenis Burnic (Dortmund) aus. Gesperrt ist heute Kapitän Marco Hartmann (rote Karte).