Heidenheim / Edgar Deibert Oliver Hüsing (26) wuchs auf einem Bauernhof auf, holte den Pokal in Budapest uns sagt eher „Moin“ als „Servus“.

Seinen Zimmergenossen im Trainingslager in Weiler, Marnon Busch, kannte Heidenheims neuer Innenverteidiger Oliver Hüsing noch aus der gemeinsamen Zeit bei Werder Bremen. 2017 gewann Hüsing mit Ferencváros Budapest den ungarischen Pokal. Zuletzt war der Niedersachse, der aus Bühren stammt, Kapitän des Drittligisten Hansa Rostock.

Herr Hüsing, Sie haben sich mit „Moin, Heidenheim“ auf den sozialen Profilen des FCH den Fans vorgestellt. Kommt Ihr „Moin“ gut an im Schwabenland?

Oliver Hüsing: (lacht) Teils, teils. Da gibt es schon den ein oder anderen Spruch. Aber im Endeffekt ist es doch eher lustig, wenn man etwas aus seiner Heimat mitnimmt. Und hier kriege ich auch einige neue Sprachgebräuche mit.

Sind Sie langsam beim „Servus“ angekommen?

Ja, ich habe mich schon dabei erwischt, wie ich es gesagt habe. Ich denke, das wird nicht ausbleiben. Aber das Moin werde ich definitiv auch nicht vergessen.

Lieber Bauernhof oder Stadtleben?

Definitiv lieber Bauernhof.

Warum?

Wir haben zu Hause in Bühren einen Bauernhof. Mein Vater ist Landwirt, meine Mutter hilft dabei und übernimmt natürlich noch viele andere Aufgaben.  Wenn ich da bin, versuche ich noch immer mit anzupacken. Auch nicht mehr so viel wie früher. Das ist so mein Ding geworden.

Und lieber Budapest oder Heidenheim?

Heidenheim. Ich bin ja jetzt hier. Ich hatte in Budapest eine super Zeit. Es war ein schönes, auch lehrreiches Jahr. Es ist eine tolle Stadt mit einer hohen Lebensqualität. Aber jetzt möchte ich in Heidenheim loslegen.

Das Jahr in Budapest wurde auch mit einem Titelgewinn gekrönt. Sie wurden mit Ferencváros Budapest Pokalsieger.

Titelgewinne sind immer cool. Am meisten hat es mir aber gebracht, dass ich im Ausland war. Man ist dann selbst der Fremde, der die Sprache nicht spricht, der die Witze nicht versteht. Dann kommen Dinge wie Wohnungssuche dazu. Das bringt einen schon voran. Das Jahr hat mich geprägt.

Lieber ungarisch oder schwäbisch?

(lacht) Dann doch lieber schwäbisch. Da verstehe ich, wenn auch nicht alles, aber doch mehr. Auch wenn ich mir übers Jahr ein wenig ungarischen Smalltalk angeeignet habe.

Lieber grubbern (Mit dem Grubber lockert der Ackerbauer den Boden, zum Beispiel nach der Getreideernte zur Vorbereitung der neuen Einsaat) oder im Garten faulenzen?

Puh. Gute Frage. Nach einem harten Trainingstag lieber im Garten faulenzen. Aber sonst eher grubbern. In der Sommerpause war es leider noch nicht so weit, weil das Getreide noch nicht so weit war. Aber wenn ich mal zu Hause bin und es passt, ist es auch mal schön, drei Stunden nur auf dem Feld zu grubbern und das Handy auszumachen.