Leserbrief

FCH-Management sollte sich gegen menschenverachtende Einstellungen positionieren

Leserbrief zu Protesten von Fans des 1. FC Heidenheim gegen einen Sponsor mit Verbindungen zur AfD:

Das Magazin "11 Freunde" und die Fans des 1. FCH weisen darauf hin: Hinter der Sachwerte GmbH aus Gerstetten, einem Sponsor der drittuntersten Ebene, steckt ein AfD-Kandidat für den Landtag: Dr. Jürgen Müller. So kommt es, dass auf dem Facebook-Auftritt des Sponsors neben den Fotos aus der Voith-Arena mit klarem Bezug zum 1. FC Heidenheim auch krude Verschwörungsideologien stehen, viele davon mit einem antisemitischen Kern. Verschwörungstheorien sind erfundene und manipulative Geschichten mit dem Ziel, eine Gruppe von Menschen – die Juden, den Staat, die „Weltfinanz“ – zu beschuldigen und in ein schlechtes Licht zu rücken.

Vor diesem Hintergrund ist die offensichtlich regelmäßige Nutzung der Räumlichkeiten der Voith-Arena durch die Sachwerte GmbH so interessant, wie auch das Statement des FCH, man sei „politisch neutral“. Falls das Management des FCH den Hinweis der Fans noch nicht verstanden hat, darf vielleicht auch ich darauf hinweisen, dass es in Bezug auf Antisemitismus und Rassismus keine Neutralität gibt. Es genügt nicht, nicht rassistisch zu sein. Bei Rassismus, Hass und Hetze muss man ganz klar antirassistisch sein. Genau eine solche Haltung nimmt das Management mit dem Bekenntnis zur demokratischen Grundordnung eigentlich für sich ein, bleibt bisher aber untätig.

Menschenverachtenden Einstellungen Raum zu geben, insbesondere Räume in der Voith Arena, sollte ein No-Go sein. Dass die Fotos aus dem Stadion des FCH nun auf Facebook neben verschwörungsideologischen Parallelwelten stehen, stößt zurecht jedem glühenden Fan des FCH auf. Die Realitätsferne der Postings der Sachwerte GmbH sehend, frage ich mich, wie vertrauenswürdig ein Unternehmen der Vermögensberatung sein kann, für das die Wahrheit ein nach Trump´schem Vorbild zu verhandelndes Gut zu sein scheint.

Holger Witzenleiter, Emmendingen