Heidenheim / Edgar Deibert Der 1. FC Heidenheim tritt im Viertelfinale bei Rekordmeister Bayern München an. Trotz der krassen Außenseiterrolle spricht Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald von einem Losglück.

Nein, ein Traumlos ist Bayern München sicher nicht. Könnte man eigentlich meinen. Weil der 1. FC Heidenheim eben auswärts beim Rekordmeister antreten muss. Dies ergab die Auslosung gestern Abend in Dortmund im Rahmen der ARD-Sportschau.

FCH-Beiratsvorsitzender Rainer Domberg drückte sich im ersten Kommentar im Fernsehstudio diplomatisch aus: „Ich glaube, Favorit sind wir nicht“, so der ehemalige Heidenheimer Bürgermeister, der allerdings auch anfügte: „Es ist eine Belohnung für die Mannschaft für ihre starken Leistungen.“ Domberg ist sich sicher, dass das Hammerlos das Team des FCH puschen werde. So oder so, das Gastspiel bei den Bayern werde sicher ein „Riesenerlebnis“, fügte Domberg an.

Ähnlich sieht es Holger Sanwald. Der FCH-Vorstandsvorsitzende war auf dem Rückweg vom Ligaspiel in Darmstadt und verfolgte die Auslosung auf einer Raststätte. Ein Sieg gegen den übermächtig scheinenden Gegner sei dabei „fast nicht machbar“, erklärte Sanwald auf HZ-Nachfrage. „Natürlich ist es eine Art David gegen Golliath“, führte der FCH-Boss aus, merkte aber zugleich an: „Ich freue mich riesig für die Fans.“

Ein Traum für den FCH?

So habe der FCH das eine oder andere Mal bei Bayern München wegen eines Freundschaftsspiels angefragt, aber stets eine Absage kassiert. Und nun kommt es zu einem Vergleich in einem Pflichtspiel. „Es ist ein Traum, das erleben zu dürfen“, so Sanwald.

Schnell war dabei von einem „Losglück“ für den Rekordmeister die Rede. Dies sieht zwar auch Sanwald so, betont aber zugleich, dass auch der FCH mit dem Los Glück gehabt habe. „Der FC Bayern ist wirtschaftlich betrachtet das attraktivste Los“, erklärte Sanwald. Schließlich werden die Zuschauereinnahmen zwischen den Vereinen geteilt und in die Münchner Allianz-Arena passen deutlich mehr Fans als in die Voith-Arena.

Natürlich hätte sich Sanwald ein Heimspiel in der nächsten Pokalrunde gewünscht, weil hier die sportliche Chance auf ein Weiterkommen deutlich größer sei. Aber nun freue er sich auf ein „einmaliges“ Erlebnis. „Es ist schon geil, was bei uns gerade passiert“, so Sanwald zur Gesamtsituation.

Für Dorsch ist es ein Wiedersehen

Niklas Dorsch trifft damit schnell wieder auf seinen ehemaligen Arbeitgeber. Der 21-Jährige kam zur neuen Saison vom FC Bayern nach Heidenheim. Für den deutschen Rekordmeister bestritt Dorsch allerdings nur ein Bundesligaspiel (ein Tor) und lief sonst in der zweiten Mannschaft auf.

Nun darf man gespannt sein, ob Dorsch den einen oder anderen Tipp für den FCH parat hat. Und sei es auch nur mit dem bayrischen Dialekt. Und ja mei, vielleicht gelingt eine Überraschung . . .