Heidenheim / Thomas Jentscher Der 4:3-Sieg in einer Partie mit unzähligen Torchancen nützte nichts mehr, da die Konkurrenz auch gewann.

Wenn beide Mannschaften nur noch eine Minimalchance haben und beiden ein Unentschieden überhaupt nichts mehr nützt, dann könnte sich ein spektakuläres Spiel entwickeln – und genau das passierte im Duell zwischen dem vom Wunder des Nichtabstiegs träumenden MSV Duisburg und dem noch ganz vagen Aufstiegshoffnungen nachhängenden 1. FC Heidenheim. Mit 4:3 nahm das Team von Frank Schmidt am Ende die Punkte mit, hat aber durch den Sieg von Union Berlin keine Chance mehr auf Rang drei.

Bei Heidenheim rückten im Vergleich zur Heimniederlage gegen Sandhausen Maurice Multhaup und Arne Feick für Kevin Sessa und Oliver Steurer in die Startformation. Nikola Dovedan und Timo Beermann fielen weiter aus, Marc Schnatterer konnte zumindest auf der Bank Platz nehmen.

Glatzel trifft zur Führung

Den Voraussetzungen entsprechend spielten beide Teams mit offenem Visier und die Partie nahm auch schnell Fahrt auf. Nach drei Chancen für Duisburg und einem schlecht zu Ende gespielten Konter des FCH waren es in der 27. Minute doch die Gäste, die in Führung gingen. Ausgangspunkt war ein Ballgewinn des bärenstark spielenden Niklas Dorsch, der einen Gegner mit eleganter Pirouette ausspielte und Robert Glatzel bediente, dessen Schuss dann auch noch von MSV-Verteidiger Nauber unhaltbar abgefälscht wurde.

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Ausgleich im dritten Anlauf

Die Gastgeber wollten sich aber nicht hängen lassen, eigentlich hätte schon bei einer Doppelchance in der 27. Minute der Ausgleich fallen müssen, doch zwei Duisburger scheiterten aus nur drei Metern. Das 1:1 kam dann durch einen Handelfmeter zustande. Patrick Mainka hatte die Kugel unglücklich an den Arm bekommen, bei der derzeitigen Regelauslegung war es aber ein Strafstoß.

Und es ging kurios weiter, denn Kevin Müller parierte den schwachen Versuch von Wolze und sensationell auch dessen Nachschuss, doch im dritten Versuch drückte Stoppelkampf den Ball über die Linie – bitter für Müller, der hier von seinen Vorderleuten bös im Stich gelassen wurde.

Diesmal fand der FCH gleich die richtige Antwort. Nach perfekter Flanke von Marnon Busch vollendet Denis Thomalla per Direktabnahme. Mit einer guten Chance für Glatzel, der knapp übers Tor köpfte, endete die erste Halbzeit – die zweite sollte noch unterhaltsamer werden.

Vier Kopfballtore in Halbzeit zwei

Zunächst verteidigten die Heidenheimer einen Eckstoß schlecht, Innenverteidiger Bomheuer konnte ungehindert zum 2:2 einköpfen. Duisburg witterte seine letzte Chance oder wollte sich wenigstens mit einem Sieg von den Fans verabschieden. Es gab eine Reihe von Chancen, Müller und Mainka bewahrten den FCH vor einem Rückstand.

Und doch ging erneut der FCH in Führung: Glatzels Kopfball parierte MSV-Keeper Wiedwald, Thomallas Versuch ein Verteidiger. Aber von dem prallte der Ball zu Bomheuer und der machte sein zweites Kopfballtor innerhalb von sieben Minuten, nur dass er diesmal völlig unbedrängt das Leder im eigenen Kasten versenkte.

Dorsch sorgt für die Entscheidung

Und das Spektakel hatte noch immer kein Ende. Nach toller Vorarbeit von Busch vergab Robert Andrich knapp, im Gegenzug köpfte der umtriebige Daschner das 3:3. Und auch danach dauerte es nur zwei Minuten, ehe sich Dorsch nach schöner Flanke des eingewechselten Robert Leipertz gut durchsetzte und mit dem Kopfball zum 3:4 seine hervorragende Leistung krönte. Es folgten noch eine Reihe von Chancen für den FCH, unter anderem dribbelte Leipertz am Torwart vorbei, aber ins Aus, und Busch traf mit sattem Schuss den Pfosten.

So blieb es beim 4:3-Sieg für den FCH, der aber keinen allzu großen Jubel hervorrief. Denn vor dem letzten Spieltag sind es nun vier Punkte Rückstand auf den Tabellendritten Union Berlin und fünf auf Paderborn, das mit einem 4:1 über den HSV den einstigen „Bundesliga-Dino“ zu einem zweiten Jahr in Liga zwei verdonnerte. 21 Tore können die Hamburger am letzten Spieltag gegenüber Berlin unter normalen Umständen nicht mehr aufholen. Duisburg hätte übrigens ein Sieg durch den Erfolg von Ingolstadt auch nichts mehr genützt – so war es letztlich ein Spektakel ohne Bedeutung, aber immerhin ein schön anzuschauendes.