Ulm / nr/ed Vor dem DFB-Pokalspiel am Samstag (18.30 Uhr) sind rund 100 Heidenheimer Fans durch die Ulmer Innenstadt gelaufen und haben gegen Aufenthaltsverbote demonstriert, die die Stadt Ulm gegen sieben Heidenheimer im Vorfeld verhängt hatte.

„Ist jetzt schon Fußball?“ fragt eine Passantin am frühen Samstagmorgen in der Ulmer Innenstadt. Nein, Fußball gespielt wird erst heute Abend (18.30 Uhr), wenn der FCH im Donaustadion gegen den SSV Ulm antritt. Aber was für ein Aufgebot schon ab neun Uhr morgens: Rund 100 FCH-Fans demonstrierten mit einem Banner „Betretungsverbote aufheben“ und mit lautem Gesang gegen Aufenthaltsverbote von sieben Fans, die das Spiel heute Abend nicht im Donaustadion ansehen dürfen.

Vor dem DFB-Pokalspiel zwischen dem SSV Ulm und dem 1. FC Heidenheim sind die Vereine, die Stadt und die Polizei mächtig gefordert. Wie kann verhindert werden, dass es zu Ausschreitungen kommt?

Die Stadt Ulm hatte im Vorfeld die Verbote verhängt, die Heidenheimer haben daraufhin am Mittwoch die Demonstration bei der Stadtverwaltung beantragt.

Bildergalerie Heidenheimer Fans demonstrieren in Ulm

Weit mehr Polizisten als Heidenheimer begleiteten den Demo-Zug. Pferde, Autos, Busse – das volle Aufgebot. Allein sieben Kleinbusse fuhren dem Zug nur hinterher, zum Teil mitten durch die Fußgängerzone. Nach HZ-Schätzung waren etwa 150 bis 200 Einsatzkräfte beschäftigt. „Mehr Arbeit hätten wir euch nicht machen können. Daher sollte die Stadt nächstes Mal vorher genau überlegen, was sie tut“, riefen die Heidenheimer mit Megaphon an die Polizisten gerichtet.

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Neben den Heidenheimern waren auch Ulmer Fans in die Innenstadt gekommen. Rund 20 von ihnen hielten sich immer in der Nähe des Demo-Zugs auf.

Die Ulmer Passanten und Anwohner zeigten sich geradezu schockiert. „Das soll noch Fußball sein?“ oder „Das sollen wir wieder bezahlen?“ war alle paar Meter zu hören.

Nach einer guten Stunde war die Demonstration beendet und löste sich auf. Heute Nachmittag fährt in Heidenheim der Entlastungszug mit 400 Heidenheimer Fans nach Ulm. Ob die Demonstranten bis zum Anpfiff in Ulm bleiben oder noch mal zurückfahren, darüber kann nur spekuliert werden. Um 16 Uhr sollen sich die Fans der Ulmer auf der Donauwiese treffen. Die Demonstration verlief friedlich ab.