Kaum war am vergangenen Sonntag das Spiel des 1. FC Heidenheim gegen Hansa Rostock beendet, wurden schon die ersten Reaktionen der Spieler und des Teams in den sozialen Netzwerken verbreitet. Wer heute Fußballstar werden will, muss nicht nur gut kicken, sondern sich auch im Netz gut darstellen können.

Die meisten Profifußballer haben heutzutage mindestens einen Social-Media-Account, worüber sie sich mit ihren Fans und Followern austauschen. Dabei teilen sie vor allem Momente aus ihrem Privatleben und werden somit zu Influencern mit Millionenreichweite.

Cristian Ronaldo folgen fast eine halbe Milliarde

Cristiano Ronaldo ist mit 468 Millionen Followern die Person mit den meisten Abonnenten auf Instagram und verdient angeblich sogar mehr Geld mit seiner Reichweite als dem Profifußball.

Auch der 1. FC Heidenheim ist mit 43.000 Followern auf Instagram vertreten. Auf dem Kanal werden Blicke hinter die Kulissen, Ankündigungen, Eindrücke von Trainings und Spielen oder Geburtstagswünsche geteilt. Die Spieler selbst sind ebenso fast alle öffentlich auf der Foto- und Videoplattform vertreten.

Der FCH-Spieler mit den meisten Followern ist der Mittelfeldspieler Dženis Burnić mit 67.100 Abos – und damit deutlich mehr als der Account des Zweitligisten selbst.

Mehr Follower als Hertha BSC Berlin

Dass ein Spieler in den sozialen Netzwerken erfolgreicher als seine Mannschaft ist, kommt inzwischen öfter vor: Der U-23-Spieler von Hertha BSC Nader El-Jindaoui hat mit 1,6 Millionen mehr Follower als der Berliner Bundesligaverein selbst mit 245.000.

Das liegt vor allem an seinem erfolgreichen Youtube-Kanal, in dem er nebenher sein privates Familienleben zeigt. Sein Erfolg im Internet zahlt sich auch für die Mannschaft aus, die jetzt mehr Zuschauer, Aufmerksamkeit und damit Werbegeld bekommt.

Solch überregional bekannte Influencer hat der FCH (noch) nicht. Nach Burnić folgt in der Rangliste Tim Kleindienst mit 11.200 Followern, dann Lennard Maloney mit 10.300. Florian Pick (9700), Jan-Niklas Beste (8000), Marnon Busch (6500) und Christian Kühlwetter (5208) sind wie die Top drei durch einen blauen Haken verifiziert, welchen nur Personen des öffentlichen Lebens erhalten können.

Marc Schnatterer bewirbt seinen eigenen Kaffee

Auf den Kanälen werden private Bilder von der Familie, aus dem Fitnessstudio, vom Grillen oder Momente von Spielen geteilt und kommentiert. Ehemalige Topspieler des FCH wie Marc Schnatterer (12.200), Florian Niederlechner (33.000) oder Niklas Dorsch (103.000) sind durch den weiteren Schritt in der Karriere auch an der Reichweite gemessen schon eine Stufe höher.

Während Marc Schnatterer seine Kaffeemarke bewirbt, sind die anderen vor allem auf den Fußball konzentriert und lassen ihr Privatleben größtenteils außen vor. Die ein oder andere Kooperation mit Sponsoren wird öfters auf der Plattform beworben, eine außerordentlich hohe Werbeaktivität der jungen FCH-Mannschaft ist allerdings nicht zu erkennen, manche Accounts sind generell privat gestellt.

Spieler des FCH noch „regionaler Influencer“

Schließlich birgt das Influencer-Leben ja auch viele Nachteile. Zu viele öffentliche Aussagen oder Kommentare von Fußballprofis in den sozialen Netzwerken haben schon so manchem Verein ein PR-Desaster beschert.

Bei den Heidenheimern ist da die Lage noch entspannt. Mit seiner digitalen Gefolgschaft lässt sich die Mannschaft des FCH als „regionale Influencer“ bezeichnen, die vor allem in der Region ihre Fans erreichen.

Der 1. FC Heidenheim siegt 1:0 bei Hansa Rostock

Bildergalerie Der 1. FC Heidenheim siegt 1:0 bei Hansa Rostock