Der FC Barcelona schmückt sich mit dem Slogan „Més que un club“ (katalanisch für „Mehr als ein Klub“). Wie sehr der klamme Spitzenklub aus Katalonien, der im Sommer mit den Millionen nur so um sich warf, dem Leitspruch noch gerecht wird, darüber darf gestritten werden.

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Wer ein Heimspiel des FC St. Pauli besucht, dem wird nicht verborgen geblieben sein, dass der Hamburger Stadtteilklub vielleicht nicht mehr als ein Verein ist, ein bisschen anders ist man auf dem Kiez aber sicherlich.

FCH-Hymne läuft am Millerntor

Mit einem freundlichen „Moin“ werden auch die Heidenheimer Gästefans begrüßt, und damit sie sich im Millerntor-Stadion heimisch fühlen, wird traditionell nicht nur das eigene Stadionlied gespielt, vor dem Spiel dröhnte am Samstagabend auch „1846 FCH Olé“ über die Lautsprecher.

Die FCH-Fans waren sehr willkommen.
Die FCH-Fans waren sehr willkommen.
© Foto: Dominik Florian

Die Gastfreundlichkeit passt zu der gelebten Offenheit und Vielfalt des Vereins. So gab es bei der Verpflegung neben der normalen Currywurst eine „Veggie-Variante“.

Banner mit Botschaft

Auf den Bannern im Stadion wurden keine Gegner oder Spieler verunglimpft, sondern mit den Worten „WOMEN LIFE FREEDOM“ – ergänzt mit persischen Schriftzeichen – die Solidarität mit den protestierenden Frauen im Iran bekundet. Und im Dezember organisiert der Verein eine kostenlose dreitägige Reise zur Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen für Kinder und Jugendliche.

Ganz frei von der Zwängen des Profifußballs sind die St. Paulianer aber auch nicht. Ein Kapuzenpullover mit Totenkopfsymbol kostet in Kindergrößen schon satte 45 Euro und Vip-Logen gibt es natürlich auch. Und die Spieler werden auch nicht in Astra-Pils-Kisten bezahlt. Aber trotzdem ist es beim FC St. Pauli irgendwie anders – und das ist auch gut so.

Hamburg/Heidenheim

1. FC Heidenheim zu Gast beim 1. FC St. Pauli

Bildergalerie 1. FC Heidenheim zu Gast beim 1. FC St. Pauli