Nicht zuletzt nach seinen starken Auftritten in der Relegation gab es die komplette Sommerpause über Spekulationen über einen möglichen Wechsel von Leo Scienza, unter anderem wurden der Hamburger SV und der 1. FC Köln genannt. Vergangene Woche waren beim Saisonauftakt der Heidenheimer gegen Wolfsburg mehrere Spielerbeobachter in der Voith-Arena, unter anderem einer des englischen Zweitligisten FC Southampton.
Englischer Spielerbeobachter zu Gast
Dass der 26-jährige Brasilianer dann so ziemlich als einziger Heidenheimer eine überzeugende Leistung bot und ein wunderschönes Freistoßtor erzielte, befeuerte die Gerüchteküche weiter. Und prompt tauchen nun Berichte über ein konkretes Angebot von Southampton auf. Die „Saints“ zählen zu den renommierten Klubs auf der Insel und sind erst vergangene Saison aus der Premier League abgestiegen.
Laut dem Fachmagazin „Kicker“ habe der Transferexperte Fabrizio Romano mitgeteilt, dass der FCH mit dem FC Southampton in Verhandlung stehe. Demnach habe Scienza die Verantwortlichen bereits über seinen Wechselwunsch unterrichtet und mit dem Tabellenzehnten aus dem englischen Championship (2. Liga) eine Einigung erzielt.
Scienza fährt mit nach Leipzig
Für Heidenheims Vereinsboss Holger Sanwald ist ein Abgang des Offensivspielers dagegen noch alles andere als klar. „Leo wird heute ganz normal das Abschlusstraining absolvieren und anschließend mit unserer Mannschaft zum morgigen Spiel nach Leipzig reisen“, sagt der Vorstandsvorsitzende und fügt an: „Dass es Gerüchte um ihn gibt, war in den letzten Wochen bereits immer wieder der Fall. Wir werden das aber auch weiterhin nicht näher kommentieren. Ganz grundsätzlich gilt: Leo hat noch einen bis 2027 gültigen Vertrag bei uns und besitzt herausragende fußballerische Qualitäten. Ein Transfer wäre deshalb lediglich dann eine Option, wenn es finanziell wirklich außergewöhnlich attraktiv für uns wäre.“
Bleibt die Frage, wann ein Angebot „unmoralisch“ genug wäre. Bei den von verschiedenen Medien genannten acht Millionen Euro wäre wohl der Punkt erreicht – ob Southampton oder ein sonstiger Klub diese Summe oder zumindest annähernd so viel ausgeben will, lässt sich schwer sagen. Deutlich mehr als der aktuelle Marktwert (laut „transfermarkt.de“) von drei Millionen Euro müsste es aber sicher sein. Da am Montagabend das Transferfenster schließt, ist wohl mit einer Entscheidung übers Wochenende zu rechnen.
Für 600.000 Euro von Ulm gekommen
Scienza wechselte zur Saison 2024/25 vom Zweitligaaufsteiger SSV Ulm nach Heidenheim, die Ablösesumme lag wohl bei circa 600.000 Euro. Für den FCH absolvierte der Offensivmann in der Bundesliga 25 Spiele, kam dabei auf drei Tore und drei Assists. Dazu kamen ein Treffer und eine Vorlage in sechs Conference-League-Spielen, in der Abstiegsrelegation gegen Elversberg war Scienza dann aber an allen vier Toren des FCH beteiligt und erzielte das alles entscheidende Tor.