Heidenheim / Thomas Jentscher Am Sonntag ist zum Abschluss der FC Ingolstadt zu Gast, danach gibt es wie immer ein großes Fanfest.

Noch 90 Minuten plus Nachspielzeit, dann ist die fünfte Zweitligasaison des 1. FC Heidenheim zu Ende. Und es ist die bisher erfolgreichste des Vereins, der am Sonntag mit einem Sieg gegen den FC Ingolstadt für einen gelungenen Abschluss sorgen will.

Eine Winzigkeit hat gefehlt, dann würden die Heidenheimer dabei sogar noch um den Aufstieg in die 1. Liga spielen, doch von Wehmut ist auf dem Schlossberg nichts zu spüren.

Schon jetzt eine super Saison

Warum auch? Vor einem Jahr hätte der FCH am letzten Spieltag noch auf den Relegationsplatz abrutschen können. In dieser Saison wurde der Klassenerhalt schon frühzeitig gesichert. Schon jetzt haben die Heidenheimer die beste Punktausbeute, bei einem Sieg stünde mit Rang fünf auch die beste Platzierung fest, sogar Rang vier ist noch möglich.

„Es gibt Gründe genug, warum wir noch einmal ein gutes Spiel machen wollen“, sagt auch Frank Schmidt und erwartet einen leidenschaftlich entschlossenen Auftritt seiner Mannschaft. Sein Fazit fällt bereits jetzt gut aus. „So viele Punkte hatten wir noch nie, wenn man noch den DFB-Pokal dazu nimmt, kann man sagen, dass die Mannschaft eine super Saison hingelegt hat“, betont der Heidenheimer Cheftrainer.

Ingolstadt ist in Topform

Dabei ist ihm klar, dass ein gelungener Abschluss alles andere als leicht wird. Dem FC Ingolstadt gelang eine unglaubliche Aufholjagd. Nach dem 27. Spieltag hatten die Bayern als Schlusslicht noch fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Dann übernahm Thomas Oral und mit ihrem vierten Trainer in dieser Saison scheinen die Ingolstädter endlich einen Volltreffer gelandet zu haben.

Fünf Siege und ein Unentschieden stehen seither zu Buche, der FCI gewann unter anderem 3:0 beim HSV und blieb in den letzten drei Partien ohne Gegentor. „Das ist mehr als eine Trendwende. Sie haben deutlich weniger Ballbesitz, aber sehr gutes Verhalten nach Balleroberungen, erzielen viele Tore aus Umschaltsituationen“, zollt Schmidt Respekt.

Dass sich die „Schanzer“ mit dieser Bilanz nicht komplett befreit haben, liegt nur daran, dass Sandhausen eine ähnlich gute Serie hinlegte. Zwischen diesen beiden Teams geht es nun im Fernduell um Relegation oder direkte Rettung, als Absteiger stehen bisher Duisburg und Magdeburg fest.

Sandhausen, das zum Abschluss nach Regensburg muss, hat bei zwei Punkten Vorsprung und dem besseren Torverhältnis alle Trümpfe in der Hand. Ingolstadt muss gewinnen und wird in Heidenheim entsprechend auftreten. Schmidt weiß um die Qualitäten des vor zwei Jahren noch in der 1. Liga spielenden Gegners, der eigentlich mit einem starken Kader in die Saison gegangen war. Man denke nur an Spieler wie den ehemaligen Eintracht-Frankfurt-Profi Sonny Kittel oder den paraguayanischen Stürmer Dario Lezcano (je neun Treffer).

„Sie treten jetzt aggressiver auf, zweikampfstärker, gehen auf die zweiten Bälle – darauf müssen wir uns einstellen“, so Schmidt. Ob der FCH letztlich Sandhausen Schützenhilfe leistet, spielt für ihn keine Rolle: „Unsere Motivation ist es nicht, eine gute Leistung für andere zu erbringen.“ Es ist nicht der erste Abschluss-Gegner, für den es noch um alles geht, der FCH schickte am letzten Spieltag auch schon Aue und 1860 München in die 3. Liga. Und auch dieses Mal gilt für Schmidt: „Herschenken gibt es bei uns nicht.“

Beermann fällt weiter aus

Personell hat sich die Lage bei den Heidenheimern etwas entspannt, allerdings muss Innenverteidiger Timo Beermann nach seinem Muskelfaserriss weiter passen. Zudem ist bei Maurice Multhaup und Nikola Dovedan ein Einsatz noch unsicher.

Dovedan hat sich im Spiel gegen St. Pauli das Knie verdreht, kann mittlerweile zwar wieder fast das komplette Trainingsprogramm mitmachen, ist aber noch nicht schmerzfrei. „Die Frage ist, kann er zu 100 Prozent in die Zweikämpfe, kann er abschließen“, erklärt Schmidt, der die Entscheidung heute treffen will. Gleichzeitig gibt er Entwarnung: „Kein Grund zur Besorgnis, es ist wirklich keine große Verletzung.“

Nach dem Spiel wird gefeiert

Wie immer beschließt beim 1. FC Heidenheim ein großes Fanfest die Saison. Nach der Partie wird auf dem Parkplatz vor der Osttribüne gefeiert, es gibt 1000 Liter Freibier, ein Party-DJ und die Band „Liberty“ sorgen für musikalische Unterhaltung. Auch die Spieler des FCH bleiben natürlich eine Weile und stehen noch für Autogramme und Fotos zur Verfügung.

Der Parkplatz steht deshalb am Sonntag nicht zur Verfügung, für die Fans empfiehlt es sich, die Shuttlebusse zu nutzen.

Frank Schmidt hat jetzt schon einen Gruß an die Anhänger parat: „An die Fans geht ein Dankeschön. Nach der vergangenen Saison, die nicht so einfach war, hat die Mannschaft die Unterstützung bekommen, die sie auch gebraucht hat. Es gab viele Highlights wie die Spiele gegen München oder Leverkusen. Ich denke, das vergisst kein Fan.“

Für die Spieler beginnt die Pause aber noch nicht mit dem Fest. „Wir treffen uns am Montag noch einmal, weil wir nicht wollen, dass die Spieler quasi gedanklich schon den Urlaubskoffer gepackt haben“, sagt Trainer Frank Schmidt und erklärt weiter: „Danach ist dann offiziell Saisonende, dann kann jeder machen was er will – fast.“