Heidenheim / Edgar Deibert Im Rückspiel der Bundesliga-Relegation gegen den SV Werder Bremen kamen Zuschauer auf die Nordtribüne der Voith-Arena, was nicht erlaubt ist. Die Deutsche Fußballliga reagiert nun und begründete ihre Entscheidung. Ein wichtiges Detail fehlt allerdings.

„Das ist Wahnsinn“ und „Unfassbar“ waren einige Ausdrücke, die Verantwortliche des SV Werder Bremen ab der 60. Minute des FCH-Heimspiels am Montagabend, 6. Juli, ausriefen. Nur wenige Meter weiter auf Nortdtribüne der Voith-Arena nahmen rund 60 Zuschauer ebenfalls Platz – etwas weiter weg zur Westtribüne hin. Manche hatten auch Kuhglocken dabei.

Zuschauer waren nicht erlaubt

Da es sich um ein „Geisterspiel“ handelte, Zuschauer waren also nicht erlaubt (ausgenommen Vereinsverantwortliche oder Pressevertreter), musste der FCH damit rechnen, dass die Deutsche Fußballliga entsprechend reagiert. Bereits im Vorfeld erklärte Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald: „Unsere Mitarbeiter und die Spielerfrauen kamen aus dem Businessclub, wo sie das Spiel verfolgten. Diese Veranstaltung war so genehmigt.“

Nach Einschätzung der DFL wurde „offenkundig gegen das medizinisch-organisatorische Konzept der ,Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb’ der DFL verstoßen“. Den FCH treffe daher ein „Organisationsverschulden“.

Und weiter: „Es steht außer Frage, dass es sich für den 1. FC Heidenheim 1846 um ein besonderes Spiel handelte. Dennoch muss die Durchführung von allen Spielen im Einklang mit dem aktuell gültigen medizinisch-organisatorischen Konzept erfolgen. Dieses bildet die Grundlage für den derzeitigen Sonderspielbetrieb in der Bundesliga und 2. Bundesliga inklusive der Relegation und wurde auf Beschluss der DFL-Mitgliederversammlung als rechtsverbindlicher Anhang in die DFL-Spielordnung aufgenommen.“

Allerdings fehlt ein entscheidender Punkt: Wie hoch die Geldstrafe gegen den 1. FC Heidenheim ausfällt. „Über die Höhe einer Sanktion gibt die DFL in Vertragsstrafenverfahren grundsätzlich keine Auskunft“, heißt es lapidar in der Begründung. Der FCH hat das Recht, innerhalb von fünf Tagen Beschwerde einzulegen.

Ein Leistungsgarant des 1. FC Heidenheim droht zu gehen: Der 22-jährige Mittelfeldspieler Niklas Dorsch wird mit dem belgischen Spitzenklub KAA Gent in Verbindung gebracht. Wer sind die „Buffalos“, zu denen er wechseln könnte?

Der 1. FC Heidenheim hat die auslaufenden Verträge von Maurice Multhaup und Andrew Owuso nicht verlängert. Zudem endete die Ausleihe von David Otto. Wie Holger Sanwald die Abgänge begründet: