Sieben Halbzeiten ohne Gegentor: Das Auswärtsspiel des 1. FC Heidenheim an diesem Freitagabend (18.30 Uhr) beim 1. FC Nürnberg verspricht nicht gerade einen Torefestival zu werden. Der FCH kassierte bei der 0:1-Niederlage beim Hamburger SV zuletzt seinen ersten Gegentreffer der Saison – nach zuvor drei Spielen zu Null.

Die Nürnberger fingen sich hingegen zum Auftakt beim FC St. Pauli in der ersten Spielhälfte drei Tore, seither kam – die erste Runde im DFB-Pokal inklusive – kein weiteres hinzu. Doch die Kontrahenten weisen noch mehr Parallelen auf: Beide 1. FCs trafen in vier Pflichtspielen bisher sechsmal, am vergangenen Wochenende blieben sie aber jeweils ohne eigenen Treffer.

Schmidt zieht Lehren aus dem Spiel beim Hamburger SV

Erwartet die beiden Defensivexperten der aktuellen Saison in der 2. Fußball-Bundesliga nun ein 0:0? Nicht wenn es nach FCH-Trainer Frank Schmidt geht. Die Gründe für den ersten torlosen Auftritt in Hamburg hatte der 48-Jährige bei der Pressekonferenz am Donnerstag schnell gefunden. „In Hamburg hatten wir nicht die Chancen wie in den Spielen zuvor“, sagte der Heidenheimer Coach, „Aber wir hatten viele Chancen im Ansatz und uns 15 Eckbälle erarbeitet und erspielt.“

Fragezeichen hinter Kleindienst und Burnic

Das Manko: Über den guten Ansatz ging es nicht hinaus. Die Gelegenheiten habe sein Team laut Schmidt nicht zu Ende gespielt. „Wir müssen die Konsequenz und Durchschlagskraft in die Aktionen bringen“, forderte der 48-Jährige.

Wer für die Durchschlagkraft in der Offensive sorgen wird, ist derweil noch nicht sicher. Hinter dem Einsatz von Topangreifer Tim Kleindienst steht noch ein Fragezeichen. Der 26-Jährige war wie Dzenis Burnic in dieser Woche einige Tage krank und fehlte im Training. „Nach dem heutigen Abschlusstraining werden wir entscheiden, ob und wie lange sie spielen können“, sagte Schmidt.

Rückkehrer in der Defensive

Besser sieht es derweil auf der anderen Seite des Spielfelds aus. Verteider Tim Siersleben, der beim HSV kurzfristig mit einer Fußverletzung ausgefallen war, kehrte ins Mannschaftstraining zurück und könnte wieder in die Startelf rücken. Gleiches gilt – zumindest mit Abstrichen – für Norman Theuerkauf.

Der Defensivallrounder fehlte in der Vorbereitung wegen einer Corona-Infektion, zuletzt musste er krank aussetzen. „Er ist noch nicht bei 100 Prozent, es ist aber wichtig, dass er als Vize-Kapitän wieder dabei ist“, sagte Schmidt.

Für die eigene Null im Ergebnis scheinen die Schlossberg-Kicker personell gut gerüstet zu sein. Aber: Die Nürnberger sind ein nicht einfach zu bespielender Gegner. Das musste der FCH bereits in der Vorsaison schmerzlich am eigenen Leib erfahren.

0:4-Niederlage beim letzten Auftritt in Nürnberg

Im Max-Morlock-Stadion kassierten die Heidenheimer im vergangenen Oktober eine herbe 0:4-Niederlage. Nach einem späten Gegentreffer in der ersten Halbzeit brachen die Gäste aus Heidenheim damals nach dem Wiederanpfiff vollkommen ein. Und die Null stand letztlich auf der falschen Seite.

Das soll kein zweites Mal passieren. Deshalb stellt sich Frank Schmidt gleich auf verschiedene Spielansätze der Nürnberger ein. „Der Club hat bisher in drei unterschiedlichen Grundordnungen gespielt“, sagte er, „Wir wissen jetzt noch nicht, was auf uns zukommt.“

Räume auf den Außenbahnen

Ganz unabhängig von der Ausrichtung legte der 48-Jährige den Fokus auf zweite Bereiche auf dem Spielfeld. Bespielbare Räume seien für die Gegner laut Schmidt auf den Außenbahnen da gewesen. „Deshalb müssen wir das Zentrum verdichten und dort gut in den Zweikämpfen bestehen“, sagte er, „Wir müssen zudem das Gegenpressing gut lösen, das der Club immer wieder spielt.“

Liegt Frank Schmidt beim Raumdeuten richtig, stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Null aus FCH-Sicht nach Spielende auf der richtigen Seite steht.

1. FC Heidenheim verliert gegen 1. FC Nürnberg

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