Wiederbeginn in der Bundesliga

Aus der Sonne in den Frost: Wie kommt der 1. FC Köln im Gastspiel beim FCH zurecht?

Ganz unterschiedliche Wege gingen der 1. FC Heidenheim und der 1. FC Köln in der Vorbereitung auf den Wiederbeginn in der Fußball-Bundesliga. Während die Rheinländer bei angenehmen Temperaturen im Süden Spaniens trainierten, zog der FCH seine Einheiten bei winterlichen Bedingungen auf dem Schlossberg durch. Welches der bessere Weg war, wird sich im Duell am Samstag (15.30 Uhr) in der Voith-Arena zeigen.

16 Grad plus, kein Niederschlag und überwiegend sonnig in La Nucia – 1 Grad minus, teilweise Schneefall und kalter Wind auf dem Schlossberg. Für den 1. FC Köln und den 1. FC Heidenheim, die am Samstag (15.30 Uhr) in der Voith-Arena aufeinandertreffen, gab es in den vergangenen Tagen gelinde gesagt unterschiedliche Rahmenbedingungen.

Während die Rheinländer im Süden Spaniens unter Palmen ihre Einheiten und ein Testspiel gegen den Schweizer Erstligisten Lugano (2:1-Sieg) absolvierten, bereitete sich die Mannschaft von Frank Schmidt auf dem immer noch mal zwei Grad kälteren heimischen Trainingsgelände auf den Wiederbeginn vor. Welches letztlich die bessere Variante war, wird sich am Samstag zeigen.

Wer fährt besser?

In den vergangenen Jahren hatte es die Heidenheimer auch stets in den Süden gezogen, der Abflug erfolgte dann meist bei moderaten 10 Grad plus. Dieses Mal entschied man sich frühzeitig fürs Zuhausebleiben und prompt gab es die bisher kältesten Tage dieses Winters. Was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. „Natürlich waren die Bedingungen besondere, anders als in den letzten Jahren vielleicht, aber sie waren genauso, wie sie morgen sein werden“, sagte Trainer Frank Schmidt bei der Pressekonferenz am Freitag.

Mit der Trainingswoche ist er zufrieden und seine Mannschaft hat sie weitgehend gut überstanden. Budu Zivzivadze, Leart Pacarada und Neuzugang Hennes Behrens standen schon vorher auf der Verletztenliste, dazu ist nun Adam Kölle erkrankt und Marvin Pieringer hat Probleme mit dem Sprunggelenk, wird aber wohl spielen können. „Bis auf die angeschlagenen konnten alle Spieler alles durchziehen. Wir konnten alle Einheiten durchführen, von daher würde ich es wieder so machen“, so Schmidt.

Kölner mit Klimawechsel

Die Bedingungen im Bundesligaduell werden sicherlich denen der FCH-Trainingswoche gleichen. Dafür konnten die Rheinländer in Spanien vermutlich besser den Ball laufen lassen und waren weniger erkältungsgefährdet. Allerdings steht ihnen jetzt ein heftiger Klimawechsel bevor.

Am Freitag absolviert die Mannschaft von Coach Lukas Kwasniok noch ein Training in La Nucia, dann fliegt der FC-Tross nach Memmingen und fährt von dort direkt nach Heidenheim – gefühlt ein Temperatursturz von gut 20 Grad. Kwasniok sieht darin kein Problem. Profisportler müssten mit so einem Wechsel zurechtkommen, zudem sei auch in La Nucia das Wetter durchaus wechselhaft gewesen. Und Kölns Sport-Boss Thomas Kessler sprach von perfekten Bedingungen sowie einem außergewöhnlich guten Trainingsplatz.

Training unter Palmen: Für den 1. FC Köln und seinen Coach Lukas Kwasniok gab es in Spanien recht angenehme Temperaturen.

Nun sind die Kölner aber wieder im eisigen Deutschland, wo das Sturmtief „Elli“ besonders im Norden und Osten für schwierige Verhältnisse sorgte. So wurden auch die Spiele in Bremen und auf St. Pauli wegen flächendeckenden Vereisungen in und um das Stadion abgesagt.

In Heidenheim ist dies wohl nicht zu befürchten, der Parkplatz der Voith-Arena und die Zufahrt waren am Feitag schon am Vormittag weitgehend frei von Eis und Schnee. Für Samstag sind allerdings wieder Schneefälle und ein Temperatursturz angesagt.

Für Samstag sind allerdings wieder Schneefälle und ein Temperatursturz angesagt. „Natürlich haben wir die Wettervorhersagen genau im Blick, aber hier laufen derzeit alle Vorbereitungen in und um die Voith-Arena planmäßig, um am Samstag unser Heimspiel gegen den 1. FC Köln durchführen zu können“, sagt FCH-Pressesprecher Markus Gamm dazu.

Beide Mannschaften stehen unter Durck

Wie auch immer das Wetter sich entwickelt und wer dann besser damit zurechtkommt – klar ist, dass am Samstag sowohl Heidenheim als auch die Gäste unter Druck stehen. Köln hat als Aufsteiger einen starken Start mit zehn Punkten aus sechs Spielen hingelegt, danach aber aus neun Partien nur noch fünf Zähler geholt, zuletzt sechsmal in Folge nicht gewonnen. Derzeit liegt das Team des schon leicht in die Kritik geratenen Trainers Lukas Kwasniok fünf Punkte vor dem FCH, der den ersten direkten Abstiegsplatz einnimmt. Diesen Abstand wollen die Kölner unbedingt wahren oder vergrößern, die Heidenheimer wollen ihn verringern.

„Wir müssen öfter dreifach punkten als in den ersten 15 Spielen, das ist unser Anspruch“, sagt Schmidt, für den letztlich weder das Wetter noch die bisherige personelle Entwicklung in der Winterpause entscheidend sind. „Es geht um die Mentalität, es geht darum, dass wir als Mannschaft bedingungslos zusammenhalten“, betont der 52-Jährige. Dies sei in der ersten Saisonhälfte nicht immer so gelungen, wie man es sich vorgestellt habe. Schmidt: „Das müssen wir uns jetzt kritisch ankreiden lassen, denn wir stehen auf Tabellenplatz 17. Das ist kein Zufall mehr, sondern das ist verdient. Aber wir können die Situation verbessern.“ Und damit wollen die Heidenheimer am Samstag gegen Köln beginnen.

Neue Spieler sollen her: Vor allem in der Offensive möchte die Verantwortlichen des FCH noch das Team verstärken. Bisher wurde im Wintertransferfenster nur Außenverteidiger Hennes Behrens von der TSG Hoffenheim ausgeliehen.

Welche neuen Impulse braucht der FCH in der Transferphase in diesem Winter?

Vor dem Heimspiel des 1. FC Heidenheim gegen den 1. FC Köln geben die HZ-Redakteure Erik Tham und Dominik Florian im Podcast „555 Meter“ einen Einblick in die Trainingsvorbereitung des FCH. Zudem blicken Tham und Florian auf die aktuelle Wintertransferphase und den Hype um den Kölner Said El Mala.
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Podcast „555 Meter“