Bochum / Edgar Deibert Robert Andrich war sich seiner Schuld bewusst, haderte aber auch ein wenig mit dem Schiedsrichter.

In der zweiten Halbzeit kassierte Robert Andrich innerhalb von nur neun Minuten zwei gelbe Karten – und wurde deswegen des Platzes verwiesen. „Die erste Gelbe kann man vielleicht geben. Bei meinem nächsten Foul gleich die gelb-rote Karte zu zeigen finde ich übertrieben und unglücklich“, erklärte der 24-Jährige.

Seiner Meinung nach hätte der Schiedsrichter durchaus die Möglichkeit gehabt, ihn ein letztes Mal zu ermahnen – ohne ihn gleich vom Platz zu stellen.

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Seine letzte Aktion des Spiels – und damit das Foul an Jan Gyamerah – sah Andrich dabei zwiegespalten. „Ich berühre ihn oben, er kreuzt mir aber den Weg. Dann komme ich mit dem Knie an seinen Fuß und er stolpert dadurch“, beschreibt der FCHler die Situation und fügt an: „Ich glaube, wenn ich es mir angucke, sieht es sehr ärgerlich aus. Aber klar, ich darf da nicht hingehen und muss da wegbleiben, wenn ich schon Gelb habe. Da muss ich einfach cleverer sein.“ Dabei sei sein Feldverweis wohl spielentscheidend gewesen.

Doch schon vor Andrichs gelb-roter Karte sei es „einfach zu wenig gewesen“, räumte Maurice Multhaup ein. „Es war kein gutes Spiel von uns und wir haben verdient verloren“, fügte der 22-Jährige an, der in der Abwehr den erkrankten Marnon Busch ersetzte. Keine gänzlich unbekannte Position für Multhaup, auf der er bereits gegen Aue für 20 Minuten aushalf.

Gekämpft für den ersten Einsatz

Der gebürtige Bottroper hatte in Bochum quasi ein Heimspiel (Freundin und Familie waren ebenfalls im Stadion). „Es bringt aber nichts darüber nachzudenken, wie viele Punkte wir hätten holen können“, meinte Multhaup.

Den vorläufigen Höhepunkt seiner noch jungen Karriere erlebte dagegen Gökalp Kilic. „Ich bin sehr froh darüber, dass ich meinen Einsatz bekommen habe. Man kämpft als junger Spieler das ganz Jahr dafür“, erklärte der Debütant.

Er und die anderen Spieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum hätten sich gegenseitig unterstützt und wollten die Kaderberufung ruhig angehen. „Es war natürlich ein geiles Gefühl“, sagte der 19-Jährige zu seiner Einwechslung. Allein die Niederlage habe seine Stimmung getrübt.