Heidenheim / Edgar Deibert Das Präsidium der Deutschen Fußballliga berät, ob der Spielbetrieb im Profifußball länger als als ursprünglich geplant ruhen muss. Virologen sind sich uneins, ob 2020 überhaupt noch gespielt werden kann.

Bislang ruht der Spielbetrieb im deutschen Profifußball aufgrund der Coronakrise bis 2. April. Dabei ist klar, dass die Pause länger gehen wird. Das Präsidium der Deutschen Fußballliga (DFL) wird somit am Dienstag, 24. März, auf seiner Sitzung eine weitergehende Aussetzung empfehlen. Auch vor dem Hintergrund, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntagabend neue Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie verkündete und das soziale Leben in Deutschland weiter reduziert werden soll.

Ziel der DFL ist es, die Saison zu Ende zu spielen. Doch wie soll dies gehen? Zumindest gibt es einen zeitlichen Puffer nach der Verschiebung der Europameisterschaft auf das Jahr 2021. Ob das aber ausreicht? „Ich glaube, es ist nicht realistisch, dass die Saison zu Ende gespielt wird“, sagte etwa Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe des Bernhard-Nocht-Instituts, im „Sportclub“ des „NDR“. Selbst mit „Geisterspielen“ soll dies nicht gelingen. Chanasit rechnet frühestens im nächsten Jahr mit Profifußball in Deutschland.

So drastisch sieht es sein Kollege, Alexander Kekulé, nicht. „Wenn ich jetzt Berater des Fußballs wäre, dann würde ich sagen, im September irgendwann könnte es sich bessern, aber vorher höchstwahrscheinlich nicht“, so der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Uni-Klinikum Halle (Saale). Spiele mit sehr vielen Zuschauern sind seiner Meinung nach in diesem Jahr aber wohl nicht mehr möglich. So oder so stehen die deutschen Profivereine vor einer enormen finanziellen Herausforderung.

Die Krise stellt auch den 1. FC Heidenheim vor große Herausforderungen. Der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald bleibt kämpferisch und hofft, dass die Saison zu Ende gespielt werden kann. Im Interview spricht er über darüber, ob man das Spiel gegen Karlsruhe hätte absagen müssen, ob die Krise für den FCH gefährlich werden kann und wie die Spieler jetzt trainieren.

Keine Spiele, kein Training, kein Verkauf – bei Heidenheims großem Fußballklub herrscht derzeit Ruhe.

Der 22-Jährige beteiligt sich an der humorvollen Aktion, die in der Coronakrise zum zu Hause bleiben aufruft.