Heidenheim / Nadine Rau Wegen der Coronakrise reagiert der Heidenheimer Zweitligist: Erstmals wird Kurzarbeit für die rund 400 Mitarbeiter angemeldet. Die Spieler sind davon nicht betroffen, sie verzichten aber auf einen Teil ihres Gehalts.

Schon etliche Betriebe und auch einige Zweitligisten haben in den vergangenen Wochen wegen der Coronakrise Kurzarbeit angemeldet. Jetzt hat sich auch der 1. FC Heidenheim zu diesem Schritt entschlossen. Ausschlaggebend dafür war letztlich die Sitzung der Deutschen Fußballliga am Dienstag, in der beschlossen worden ist, dass der Spielbetrieb definitiv bis Ende April ausgesetzt wird. Ob es danach weitergehen kann, ist noch offen. Wenn, dann wohl ohne Zuschauer.

Die damit verbundenen finanziellen Einbußen sind für den Verein zu hoch, als dass man mit allem normal weitermachen könnte. Für die rund 400 Mitarbeiter bedeutet das Kurzarbeit – in allen Verwaltungsbereichen, im FCH-Fan- und Ticketshop, im Nachwuchsleistungszentrum, im Gebäudemanagement der Voith-Arena und im Dinkelacker Albstüble. Bis Ende des Monats wird lediglich ein Notbetrieb aufrechterhalten. Der FCH Fan- und Ticketshop bleibt genauso wie das Dinkelacker Albstüble nach wie vor geschlossen.

„Wie unsere gesamte Gesellschaft befinden auch wir als 1. FC Heidenheim uns in einer Ausnahmesituation, in der jetzt außergewöhnliche Maßnahmen erforderlich sind, um unsere Existenz als Verein zu sichern“, so Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald.

Die Spieler sind von der Kurzarbeit nicht betroffen. Sie verzichten aber auf einen Teil ihres Gehalts: „Die FCH-Profis, das Trainer- und Funktionsteam, der Vorstand, der Aufsichtsrat sowie alle weiteren Führungskräfte verzichten im April freiwillig auf Teile ihrer Gehälter und Bezüge. Durch diesen Gehaltsverzicht kann der FCH betriebsbedingte Kündigungen vermeiden und das reguläre Kurzarbeitergeld für seine Mitarbeiter für alle auf 80 Prozent anheben“, heißt es in einer Pressemitteilung des FCH.

„Die Verwendung der durch den freiwilligen Gehaltsverzicht eingesparten Summe für die von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter war ausdrücklicher Wunsch der Mannschaft“, erklärt dazu Sanwald.

Die Kurzarbeit gilt bis auf Weiteres und kann kurzfristig angepasst oder aufgehoben werden.

Was passiert mit den Tickets?

Sämtliche Tickets in der Saison 2019/20, so vermeldet es der FCH, behalten vorerst ihre Gültigkeit – bis abschließend geklärt ist, ob und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen, Spiele nachgeholt werden. Die DFL strebt weiterhin an, die Saison 2019/20 bis zum 30. Juni sportlich zu beenden. Die Tickets müssen demnach noch nicht zurückgegeben werden und es kann im Moment auch noch keine Rückerstattung erfolgen.

Ein ausführlicher Bericht folgt.