Heidenheim / Thomas Grüninger Der 1. FC Heidenheim kommt auch im vierten Saisonspiel nicht in die Gänge und verliert folgerichtig mit 0:2 gegen den SV Sandhausen.

Irgendwie ist der 1. FC Heidenheim in dieser Zweitliga-Saison noch nicht richtig angekommen. Das gestrige 0:2 gegen den einstigen Lieblingsgegner SV Sandhausen bestätigte die Eindrücke vom 1:2 in der Vorwoche in Dresden.

Es fehlt in dieser jungen Spielzeit noch an vielem, was die Heidenheimer über weite Strecken des Vorjahres auszeichnete. Zielstrebigkeit, Passsicherheit, effektives Kombinationsspiel, Ideenreichtum, vor allem aber Leichtigkeit: Das alles wurde über weite Strecken gegen die defensivstarken Sandhausener vermisst, die bei hohen Temperaturen ihrerseits spielerisch ebenfalls kaum überzeugen konnten, defensiv aber sehr stabil agierten.

Bildergalerie Der FCH verliert 0:2 gegen den SV Sandhausen

Das 0:2 war am Ende sicherlich kein Resultat der Marke unverdient. Viel zu wenig konnte der FCH an Druck vor dem Gästetor erzeugen. Lediglich bei einem Latten-Kopfball von Timo Beermann nach Flanke von Denis Thomalla in der 52. Minute hatten die Gastgeber Pech im Abschluss. Der Rest an Offensivaktionen fiel weitgehend in die Kategorie Stückwerk.

Doppelschlag statt Wende

Vergeblich hofften die 10 500 Zuschauer, dass das Ausrufezeichen, das Beermann nach der Pause gesetzt hatte, die Wende zum Guten einleiten würde. Stattdessen schlug es nur wenige Augenblicke später zweimal hintereinander im FCH-Tor ein. Nachdem Denis Linsmayer in den Heidenheimer Strafraum geflankt hatte, traf der Ball die nicht an den Körper angelehnte Hand von Innenverteidiger Oliver Hüsing. Eine unglückliche Aktion, die aber den Regeln entsprechend mit Strafstoß geahndet werden musste.

Philipp Förster verwandelte zum 0:1, und nur zwei Zeigerumdrehungen später folgte der Zwischenstand, den die Heidenheimer Fans auch schon vom ersten Saison-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart kannten. Das 0:2 in der 63. Minute hatte seinen Ursprung in einer Flanke von Linksverteidiger Leart Paqarada, die Förster direkt nahm und damit Kevin Müller zu einer Glanzparade zwang. Den abgewehrten Ball staubte Kevin Behrens per Flugkopfball ab.

Viertes Spiel – viermal Rückstand

Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass der FCH im vierten Zweitliga-Saisonspiel zum vierten Mal in Rückstand geriet. In Osnabrück konnte das 0:1 noch in einen 3:1-Sieg gedreht werden, gegen den VfB Stuttgart wurde ein 0:2 zum 2:2 aufgeholt, in Dresden fiel nach dem 0:2 wenigstens noch der Anschlusstreffer. Am Sonntag aber blieben die Heidenheimer erstmals gänzlich ohne Punkt und eigenen Torerfolg.

Zu hinterfragen ist, warum die Heidenheimer (wie schon gegen den VfB) erst nach dem 0:2 ihre beste Phase hatten. Auch wenn die großen Strafraumszenen weitgehend ausblieben, so war das FCH-Spiel aus dem Rückstand heraus von deutlich mehr Einsatzbereitschaft und Offensivdrang geprägt als in der enttäuschenden ersten Halbzeit, die auf beiden Seiten extrem wenig zu bieten hatte.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass es für Trainer Frank Schmidt noch viel zu tun gibt, um seinem Team zum notwendigen Elan zu verhelfen. Vier Punkte nach vier Spieltagen entsprechen sicher nicht ganz den Erwartungen des ehrgeizigen Coachs.

Neben dem Aspekt, dass sich der FCH am Sonntag zu wenige hochkarätige Chancen erarbeitete, stellen jeweils zwei Gegentore in den vergangenen drei Spielen auch der Defensive nicht unbedingt ein Topzeugnis aus. Dass am Sonntag Patrick Mainka nur auf der Bank saß und erstmals Beermann/Hüsing das Innenverteidiger-Duo bildeten, mag als Beleg dafür dienen, dass hier noch die Standard-Formation gesucht wird.

Am Freitag in Nürnberg

Am Freitag geht’s nun zu Altmeister 1. FC Nürnberg, der sich bislang auch noch keine Bäume ausreißen konnte, nach seinem jüngsten 1:0-Heimsieg gegen Aufsteiger Osnabrück aber wenigstens vom Ergebnis her wieder in der Spur ist.