Washington / Peter DeThier Metropolen wollen rassistische Übergriffe durch Ordnungskräfte künftig unterbinden.

Nach zwei Wochen an Massendemonstrationen und Unruhen, die Amerika in Aufruhr versetzt haben, sind nun in mehreren Metropolen fieberhafte Bemühungen im Gange, unnötiger Gewaltanwendung durch die Polizei einen Riegel vorzuschieben und Reformen durchzuführen. New York, Los Angeles und andere Städte haben bereits angekündigt, dass ihre Polizeibehörden künftig mit deutlich weniger Geld werden auskommen müssen. In Minneapolis, wo George Floyd starb, als ein Beamter fast neun Minuten lang auf dessen Hals kniete, soll die Polizei aufgelöst werden und durch neue Ordnungshüter ersetzt werden, bei deren Ausbildung vor allem Gewaltverzicht im Mittelpunkt stehen soll.

Den ersten Schritt tat New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio. „Wir haben uns verpflichtet, Geld umzuleiten und mehr in die Jugendbetreuung sowie das Sozialwesen zu investieren“, kündigte er an. Auf wie viel der sechs Milliarden Dollar, die jedes Jahr zur Verfügung stehen, die Polizei verzichten muss, wollte er nicht sagen. Das werde verhandelt. Zuvor hatten Beamte der Stadt New York in einem offenen Brief ein Ende unnötigen Gewalteinsatzes durch die Polizei gefordert, von dem die größte US-Metropole in den vergangenen zehn Jahren besonders oft betroffen war.

Auf Reformen setzt auch Eric Garcetti, der Bürgermeister von Los Angeles. Dort sollen insgesamt 250 Millionen Dollar in Arbeitsbeschaffungsprogramme für Jugendliche, in das Gesundheitswesen sowie therapeutische Friedenszentren fließen. Dort könnten Personen, die durch unnötige Polizeigewalt direkt oder indirekt traumatisiert wurden, Rat suchen. 150 Millionen Dollar sollen direkt vom Budget der örtlichen Polizeibehörde LAPD kommen. Garcetti erinnerte an die blutigen Ausschreitungen vor 28 Jahren, nachdem Beamte den Afroamerikaner Rodney King fast zu Tode geprügelt hatten. „Wir müssen irgendwo mit den Reformen beginnen, und zwar mit Lichtgeschwindigkeit, sonst bleiben wir die Killer, die wir sind“, sagte Garcetti. Peter DeThier