Stuttgart / Dominik Guggemos Die Jahresmittelwerte von Stickstoffdioxid und Feinstaub sind in Baden-Württemberg rückläufig.

Die Luftqualität im Südwesten hat sich deutlich verbessert. Die Jahresmittelwerte von Stickstoffdioxid (NO2) an den 39 Messstationen im Land sind fast überall zurückgegangen. Einzig in Aalen, Tauberbischofsheim und Wiesloch haben sich die Werte leiht erhöht.

Die Jahresmittelwerte dürfen 40 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht überschreiten. In Baden-Württemberg ist das bei sechs Stationen der Fall: Reutlingen, Lederstraße-Ost (46/2018: 53), Heilbronn, Weinsberger Straße Ost (47/52), und Mannheim, Friedrichsring (42/47). Außerdem noch drei Stationen in Stuttgart: Am Neckartor (53/71), Hohenheimer Straße (50/65) und Arnulf-Klett-Platz (43/46). 2018 hatten noch 13 Stationen die zulässigen Höchstwerte überschritten.

Eine weitere relevante Kennzahl ist, wie häufig die so genannten Stundenmittelwerte 200 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreiten. Erlaubt ist das 18 Mal im Jahr. Hier konnte die Station Am Neckartor den Wert von elfmal auf zweimal senken. Die Hohenheimer Straße hatte 2019 drei solcher Tage, der Rest des Landes keinen – wie schon 2018.

Auch die Feinstaub-Belastung (PM10) ist rückläufig. Der Jahresmittelwert ist im gesamten Land zurückgegangen. Keine Station kommt auch nur in der Nähe der nicht mehr zulässigen 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Markgröningen fällt negativ auf

Allerdings haben sich an fünf Standorten die Tage mit mehr als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter erhöht. Erlaubt ist das maximal 35 Mal im Jahr. Negativ fällt Markgröningen (Kreis Ludwigsburg) auf: 31 solcher Tage hatte die Stadt. 2018 waren es noch 15. Im Moment muss man die Auswertung aber mit Vorsicht genießen, weil noch nicht die Zahlen von allen Messstationen vorliegen.

Damit reiht sich der Südwesten in den positiven bundesweiten Trend ein. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) präsentierte die „endlich mal erfreulichen Ergebnisse“ entsprechend zufrieden in Berlin. Sie betonte, dass sich die Messmethode nicht geändert habe.

Diesel-PKW sind nach Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) für 65 Prozent der Stickstoffdioxid-Emissionen verantwortlich. Schulze lobt: „Die Zeiten, in denen der Diesel nur auf dem Papier sauber war, sind vorbei.“ Laut UBA machen neue Autos und Software Updates Zweidrittel der durchschnittlichen Stickstoffdioxid-Minderung aus. UBA-Präsident Dirk Messner forderte eine Überarbeitung der Grenzwerte für Feinstaub. Er wünscht sich die Halbierung von 40 auf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittelwert – basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation. Damit würden dann neun Messstationen im Südwesten über der erlaubten Grenze liegen.

Dominik Guggemos

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