Berlin / André Bochow / NBR Entwicklungsminister fordert 4,3 Milliarden Euro für den Kampf gegen Pandemie-Folgen in armen Ländern.

Der Bundesentwicklungsminister hat sein Konzept zur weltweiten Bekämpfung der Corona-Folgen vorgelegt. Das dafür nötige Geld will Gerd Müller (CSU) für ein Sofortprogramm einsetzen. Mehr als eine Milliarde Euro könne das  Entwicklungsministerium durch Umschichtungen im eigenen Haushalt beisteuern, erklärte Müller.

Über weitere 3,15 Milliarden Euro verhandelt Müller derzeit mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). „Die Gespräche laufen, es ist aber noch nichts entschieden“, sagte Müller. Es gehe darum, Hungerkatastrophen zu verhindern, die medizinische Versorgung zu sichern und Länder in den Krisenregionen zu stabilisieren.

Müller wies darauf hin, dass in den ärmsten Ländern die Corona-Krise mit einer Wirtschafts-und Finanzkrise zusammenfällt. „100 Milliarden Dollar Kapital ist bereits abgezogen worden.“ In Ostafrika hätten außerdem Heuschreckenplagen die Nahrungsgrundlage für viele Menschen vernichtet.

Die hygienischen und medizinischen Bedingungen, so Müller, seien katastrophal. In Mali zum Beispiel gebe es ganze vier Notfallbetten mit Beatmungsgeräten für 18 Millionen Menschen. Eine Milliarde Kinder in Entwicklungsländern können wegen der Pandemie nicht zur Schule gehen. Für die Hälfte von ihnen entfalle mit dem Schulessen auch die einzige Mahlzeit am Tag. abo