Washington / Peter DeThier Gouverneure aus den Reihen der Republikaner rücken von Donald Trumps Strategie der raschen Öffnung ab.

Die Corona-Pandemie hat nicht nur die USA als Nation gespalten, sondern treibt zunehmend auch einen Keil zwischen US-Präsident Donald Trump und jene republikanischen Parteifreunde, die ihn bisher loyal unterstützt haben. Grund dafür sind wachsende Sorgen in den Südstaaten über die vermehrten Corona-Neuerkrankungen.

Mehrere Politiker, unter ihnen Gouverneure und Bürgermeister, wollen daher zurückrudern und das Tempo deutlich reduzieren, mit dem Restaurants, Kneipen, Shopping-Malls, Strände und Vergnügungsparks wieder öffnen dürfen. Einige haben sogar angeordnet, dass in der Öffentlichkeit Schutzmasken getragen werden müssen. Das wäre in einem republikanisch regierten Staat noch vor wenigen Wochen undenkbar gewesen.

Der Strategiewechsel erfolgt nicht zufällig. Mittlerweile sind in den USA mehr als 120 000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Trumps eigener Berater, der Immunologe Anthony Fauci, sagte jüngst, dass „das Virus diese Nation in die Knie gezwungen hat“. Diese Woche verzeichneten zudem 23 der 50 Staaten, fast alle im konservativen Süden der USA, wieder deutliche steigende Infektionsraten.

In Texas zum Beispiel kletterte die Zahl der Erkrankungen gegenüber der Vorwoche um fast 90 Prozent und erreichte am Dienstag mit 5000 den höchsten Stand seit dem Ausbruch der Pandemie. „Diese Zuwächse sind absolut inakzeptabel sagte Gouverneur Greg Abbott. Er legte den Bürgern nahe, „selbst dann Masken zu tragen, wenn Ihr darin eine Beeinträchtigung eurer Freiheiten seht“.

Trump ist unglücklich über das Zurückrudern der Republikaner. Der Präsident sei der Auffassung, dass die Unternehmen und die Menschen wieder schneller zum Alltag zurückkehren sollten, sagte eine ranghoher Berater Trumps. Der Präsident sei irritiert darüber, dass Republikaner, die bisher seinen Vorgaben gefolgt seien, nun einen anderen Weg wählten. Peter DeThier