Kinderbonus in zwei Raten – seit diesem Montag bekommen Eltern die staatliche Krisenprämie ausgezahlt. Pro Kind gibt es zunächst 200 Euro, im Oktober folgen weitere 100 Euro. Damit will die Regierung während der Corona-Pandemie zugleich den Familien helfen und die Wirtschaft ankurbeln. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wer bekommt den Kinderbonus? Er wird für alle 18 Millionen Kinder gezahlt, für die Eltern in Deutschland Kindergeld beziehen – vorausgesetzt, im Jahr 2020 besteht mindestens ein Monat lang Anspruch auf Kindergeld. Bei Hartz-IV-Empfängern wird der Bonus – anders als das Kindergeld – nicht mit den Sozialleistungen verrechnet. Alleinerziehende erhalten zunächst den vollen Kinderbonus. Zahlt der Partner Unterhalt, darf er pro Kind 150 Euro von seiner Unterhaltszahlung abziehen. Wer vom Staat Unterhaltsvorschuss bekommt, behält den vollen Kinderbonus.

Wie wird ausgezahlt? Die Familienkassen zahlen den Bonus getrennt vom Kindergeld aus. Wann genau das Geld auf dem Konto ist, hängt von der Endziffer der Kindergeldnummer ab. Gestartet wird mit der Null. Das Geld muss nicht versteuert werden.

Profitieren auch Gutverdienende? Nur bis zu einer gewissen Einkommenshöhe.  Beträgt das zu versteuernde Jahreseinkommen eines Ehepaares 67 800 Euro oder weniger, profitiert es vom Kinderbonus in voller Höhe. Bei steuerlich nicht zusammen veranlagten Eltern liegt die Grenze laut Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine bei 34 000 Euro. Keinen Nutzen ziehen Eltern, wenn sie mehr als 82 000 Euro (Verheiratete, ungefähre Richtgröße) oder 40 000 Euro (getrennt Veranlagte) verdienen. Wer dazwischen liegt, profitiert nur zum Teil.

Wie wollen Eltern das Geld verwenden? Von den 300 Euro pro Kind wollen Eltern laut einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft im Schnitt 128 Euro gleich wieder ausgeben. Das würde bedeuten, dass der Kinderbonus nur zum Teil der Aufgabe zugute käme, den privaten Konsum anzukurbeln. Der Kinderbonus kostet den Staat 4,3 Milliarden Euro.

Kommen Eltern in der Corona-Zeit so besser über die Runden? Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, sagt zwar, er halte die Summe für zu niedrig. Grundsätzlich sei der Kinderbonus aber „ein gutes Signal“, vor allen an arme Familien, betont er. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, hat dagegen weder Einwände gegen die Höhe noch gegen die Zielrichtung der staatlichen Hilfe. Der Kinderbonus sei „eine der klügsten Maßnahmen“ im Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Krise, lobt er. „Er hilft schnell und relativ zielgenau den Familien, die jetzt in der Krise Unterstützung benötigen.“ Michael Gabel