Potsdam / Claudia Duda/Dorothee Torebko Brandenburger Landeschef räumt ein, dass sein Name auf einer Liste Rechtsextremer auftauchen könnte.

Andreas Kalbitz gilt in der rechten AfD schon lange als ganz rechtsaußen. Jetzt könnte seine Vergangenheit dazu führen, dass er aus der Partei ausgeschlossen wird. Der Landeschef der Brandenburger AfD, der auch die Fraktion im Landtag führt, hat zugegeben, dass sein Name auf einer „Interessenten- oder Kontaktliste“ der mittlerweile verbotenen Organisation „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) geführt worden sein könnte. Darüber hat am Mittwoch die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

Erst im April hatte der Bundesvorstand gefordert, dass der 47-Jährige eine solche Liste vorlegen muss. Insbesondere ging es dabei um seine Beziehung zur „Heimattreuen Deutschen Jugend“, einem rechtsextremen Jugendverband mit neonazistischer Ausrichtung. Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf ein Verfassungsschutzgutachten berichtet hatte, soll Kalbitz Mitglied der Organisation gewesen sein. Er leugnete dies, ging juristisch gegen das Gutachten vor und verlangte eine Herausgabe der vermeintlichen Mitgliedsliste.

Die Stellungnahme, die laut „Süddeutscher Zeitung“ an die 13 Mitglieder des Bundesvorstands ging, könnte zum Parteiausschluss führen. Denn die AfD unterhält eine sogenannte Unvereinbarkeitsliste, auf der die HDJ zu finden ist.

In einem westdeutschen AfD-Landesverband wäre Brandenburgs Landesparteichef Andreas Kalbitz „vermutlich längst ausgeschlossen worden“, erklärte Brandenburgs Verfassungsschutzchef Jörg Müller erst Anfang der Woche. In Brandenburg indes sitze er „fest im Sattel“, sagte er der Tageszeitung „taz“. Nun aber werde es für ihn schwierig, da das Bundesamt für Verfassungsschutz Belege für Mitgliedschaften in rechtsextremen Organisationen habe: „Da wird es die entscheidende Messlatte sein, wie der AfD-Bundesvorstand mit Kalbitz umgeht.“

Am Freitag will der Bundesvorstand über die Zukunft des Brandenburgers beraten. Es werde eine „hitzige Diskussion“ erwartet, hieß es aus Parteikreisen. Bei der Sitzung werde genau geprüft, ob Kalbitz alle Forderungen des Vorstands erfüllt habe. cd/dot