Berlin / Peter Strigl Noch nie seit der Wiedervereinigung war der Anteil junger Menschen ohne Arbeit so gering wie zur Zeit.

Auch die Jungen im Arbeitsmarkt profitieren von der guten Beschäftigungssituation: Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts zum internationalen Tag der Jugend waren „junge Menschen 2018 so selten erwerbslos wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland“. Demnach waren nur 6,2 Prozent der 15- bis 24-Jährigen  auf der Suche nach einer Beschäftigung.

Vor allem in den neuen Bundesländern gab es einen starken Rückgang. Im Jahr 1991 hatte die Erwerbslosigkeit in dieser Gruppe 12,8 Prozent betragen, heute sind es noch 8,6 Prozent. Im Westen haben sich die Zahlen dagegen im gleichen Zeitraum verschlechtert, wenn auch nur minimal: von 5,0 auf 5,8 Prozent. Zwischenzeitlich war die Jugendarbeitslosigkeit aber in der ganzen Republik gestiegen: 2005 lag die Quote auf ihrem Rekordhoch von 15,2 Prozent.

Die frohe Botschaft hat allerdings eine Kehrseite. Das Statistische Bundesamt wies darauf hin, dass die sinkende Arbeitslosigkeit auch mit sinkenden Arbeitnehmerzahlen zu erklären ist: „Die Zahl der Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 Jahren nimmt in Deutschland insgesamt ab. Zählte die amtliche Statistik 1991 noch 10,3 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe (13 Prozent der Bevölkerung), waren es 2018 nur 8,6 Millionen (10 Prozent).“

Durch die gute Konjunktur der vergangenen Jahre blieben deswegen in vielen Branchen Stellen unbesetzt. Zuwanderung kann das Problem bisher nur teilweise abfedern. Laut Schätzungen des Statistischen Bundesamts wird die Gruppe der 15- bis 24-Jährigen weiter schrumpfen: 2025 wird sie unter die 8-Millionen-Grenze fallen, während gleichzeitig die geburtenstarken 1960er-Jahrgänge ins Rentenalter kommen.

Das Statistische Bundesamt erhebt die Zahlen zur Erwerbslosigkeit im Rahmen des jährlichen Mikrozensus, bei dem fast ein Prozent der Bevölkerung zu verschiedenen Themen befragt wird.  Im Unterschied zur Arbeitslosenstatistik zählen geringfügig Beschäftigte (bis 15 Wochenstunden) nicht als erwerbslos. Deswegen ist die Zahl der Erwerbslosen kleiner als die der Arbeitslosen. Peter Strigl